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Finanzbegriffe

Glossar Finanzen A bis Z mit über 150 Begriffen verständlich erklärt


Wer Finanzwissen vermittelt, informiert sich vorher in der Regel gern noch einmal selbst. Im Glossar Finanzen A - Z finden Lehrer, Eltern und interessierte Bürgerinnen und Bürger Erläuterungen zu 150 Begriffen aus dem Finanzwesen.

A

Ein Abbuchungsauftrag ist ein Lastschriftmandat (siehe auch Lastschrift) für Lastschriften im Abbuchungsauftragslastschriftverfahren. Der Zahlungspflichtige (Zahler) beauftragt (autorisiert) seine kontoführende Bank in der Regel schriftlich mit dem Abbuchungsauftrag, dass ein Zahlungsempfänger, zum Beispiel die Müller AG, Geld von seinem Girokonto abbuchen darf. Die Bank des Zahlungspflichtigen (Zahlers) muss bei jeder Abbuchung die Vorlage eines solchen Auftrags überprüfen, da eine Rückgabe der Buchung (Widerspruch) nicht möglich ist, solange der Auftrag existiert. Dieses Lastschriftverfahren wurde bis Ende Januar 2014 generell von Firmenkunden genutzt.

Das Abbuchungsauftragslastschriftverfahren war bis Februar 2014 als Nischenprodukt die im Bereich der Firmenkunden genutzte Lastschriftart. Dieses alte nationale Verfahren ist seit Februar 2014 durch das europaweit einheitliche SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren ersetzt worden.

Genutzt wurde es zum Beispiel für Zahlungen im Firmenbereich, etwa bei Tankstellenketten, um die Rechnung der Lieferung der Raffinerie zu bezahlen. Es handelte sich im Allgemeinen um höhere Geldbeträge. Der Zahlungspflichtige (Zahler) beauftragt (autorisiert) seine kontoführende Bank in der Regel schriftlich mit dem Abbuchungsauftrag, dass ein Zahlungsempfänger, zum Beispiel die Müller AG, Geld von seinem Girokonto abbuchen darf. Die Bank des Zahlungspflichtigen (Zahlers) muss dabei bei jeder Abbuchung die Vorlage eines solchen Auftrags überprüfen, da eine Rückgabe der Buchung (Widerspruch) nicht möglich ist, solange der Auftrag existiert. Dieses Lastschriftverfahren wurde generell von Firmenkunden genutzt verwendet, da eine Rückgabe der Buchung (Widerspruch) nicht möglich ist, solange der Abbuchungsauftrag existiert.

Die Besteuerung der Erträge aus privaten Kapitalanlagen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden, Stillhalterprämien, Veräußerungsgewinne von Wertpapieren, auch Fondsanteilen) erfolgt mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Kapitalertragsteuerabzug erfolgt durch die inländische Bank und hat beim Privatanleger in der Regel abgeltende Wirkung.

Wertpapier, mit dem der Inhaber (Aktionär) Anteilsrechte am Grundkapital (Eigenkapital) eines Unternehmens (Aktiengesellschaft) hat. Es gibt verschiedene Arten von Aktien. Sofern die Aktiengesellschaft an einer Börse notiert ist, wird der Preis für eine Aktie, der so genannte Kurs, laufend ermittelt.

Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter (Aktionäre) über den Kauf von Aktien am Grundkapital beteiligt sind. Für Verbindlichkeiten des Unternehmens haften die Gesellschafter bis zur Höhe ihrer Beteiligung. Aktionäre besitzen als Mitgesellschafter an dem Unternehmen Rechte, mit denen sie auf Unternehmensentscheidungen einwirken können. Gesetzliche Grundlage ist das Aktiengesetz (AktG).

Preis einer Aktie, der sich nach Angebot und Nachfrage richtet und sich dementsprechend ändern kann. Angebot und Nachfrage werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst, zum Beispiel durch die gesamtwirtschaftliche Situation, die Branchenperspektive und die Gewinn- und Zukunftsaussichten der Aktiengesellschaft. Bei börsennotierten Aktiengesellschaften wird der Aktienkurs an der Börse laufend ermittelt.

Das Angebot ist die Menge an Gütern, die zum Verkauf oder Tausch auf einem Markt zu einem bestimmten Preis zur Verfügung gestellt wird. Dabei stehen Angebot und Preis im Allgemeinen in einem direktem Zusammenhang: Bei einem niedrigen Preis wird viel nachgefragt, aber wenig angeboten. Mit einem steigenden Preis nimmt dagegen das Angebot zu, aber die Nachfrage sinkt.

Investitionen von Geldbeträgen mit dem Ziel, einen Wertzuwachs beziehungsweise einen Ertrag zu erwirtschaften. Das Geld kann beispielsweise auf ein Sparbuch angelegt, Sparbriefe können gekauft, Investmentfonds oder Wertpapiere in Form von Aktien oder Anleihen erworben werden. Die Anlageformen unterscheiden sich in Rendite, Liquidität (Verfügbarkeit) und Risiko.

Mit der Ausgabe von Anleihen leihen sich Unternehmen oder die öffentliche Hand (zum Beispiel Bundesanleihen) Geld. Der Kurs einer Anleihe, die an einer Börse gehandelt wird, drückt sich im Gegensatz zu einem Aktienkurs, der in Geld angegeben wird, in Prozent ihres Nominalbetrags aus.

Wertpapier, in dem die Ansprüche des Anteilinhabers gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft verbrieft sind. Anteilscheine lauten über einen oder mehrere Anteile.

Das Arbeitnehmerentgelt umfasst sämtliche Geld- und Sachleistungen, die von einem Arbeitgeber an einen Arbeitnehmer als Entgelt für die von diesem geleistete Arbeit erbracht werden.

Das Bruttoarbeitsentgelt stellt den gesamten Entgeltbetrag dar. Das Nettoarbeitsentgelt ergibt sich nach Abzug aller Abgaben und Steuern. Dazu zählen unter anderem auch die Beiträge zur Sozialversicherung.

Umgangssprachlich wird das Arbeitsentgelt, das vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt wird, oft auch als Lohn oder Gehalt bezeichnet. Dabei steht der Begriff Lohn meist für ein nach Zeit (Stundenlohn) oder Leistung (Stück- oder Akkordlohn) abgerechnetes Arbeitsentgelt. Gehalt bezeichnet dagegen eine gleichbleibende Vergütung - unabhängig von der erbrachten Leistung, der benötigten Zeit oder der Anzahl der Arbeitstage. Beide Begriffe werden aber in den heutigen Gesetzen und Tarifverträgen, in denen die Höhe von Arbeitsentgelten für eine bestimmte Berufsgruppe in sogenannten Lohn- und Gehaltsgruppen festgehalten ist, kaum noch verwendet.

ist der Markt, auf dem Angebot und Nachfrage nach dem Produktionsfaktor Arbeit aufeinandertreffen. Dabei sind die privaten Haushalte Anbieter (Arbeitnehmer) und private Unternehmen sowie staatliche Institutionen Nachfrager (Arbeitgeber). Der Arbeitsmarkt ist ein Faktormarkt.

Die Besonderheit des Arbeitsmarktes liegt darin, dass Arbeit nicht von der Person des Arbeitenden zu trennen ist. Arbeit ist für die meisten Menschen Hauptquelle von Einkommen, Status und Selbstwertgefühl.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem ersten und zweiten Arbeitsmarkt. Dabei führt der erste Arbeitsmarkt den betriebswirtschaftlich begründeten Bedarf nach Arbeitskräften von Arbeitgebern mit einer Nachfrage geeigneter freier Arbeitnehmer zusammen. Der zweite, staatlich geförderte, Arbeitsmarkt schafft über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zusätzliche Anreize für Arbeitgeber, Arbeitsplätze anzubieten, um damit einen Marktausgleich von Angebot und Nachfrage herbeizuführen.

Das Angebot an Arbeit wird bestimmt durch die Bevölkerungsentwicklung (Demografie), der Erwerbsbeteiligung, dem Arbeitsentgelt, dem Umfang staatlicher Lohnersatzleistungen sowie den Präferenzen für das Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit. Die Arbeitsnachfrage ist vor allem von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, dem Arbeitsentgelt, den Produktionserwartungen, den Zukunftserwartungen sowie von Fragen des Arbeitsrechts, der Mitbestimmung oder der Höhe der Lohnnebenkosten abhängig.

Viele Fonds und Aktiengesellschaften schütten die erwirtschafteten Erträge (Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen) an ihre Anleger aus. Eine eingetragene Genossenschaft schüttet in der Regel Dividenden an ihre Mitglieder aus.

B

Banken sind spezialisierte Unternehmen, die unterschiedliche Dienstleistungen rund ums Geld erbringen, zum Beispiel bargeldlosen Zahlungsverkehr, Geldanlage, Kreditvergabe, Wertpapierleistungen, Anleihen, Versorgung der Wirtschaft und von Privatpersonen mit Bargeld. Banken übernehmen innerhalb des Geld- und Wirtschaftskreislaufs eine wichtige Funktion, da sie als Mittler zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern für einen Ausgleich der Interessen sorgen. In der Wirtschaftssprache bezeichnet man Banken daher auch als Finanzintermediäre.

Internationale Bankleitzahl: BIC steht für Bank Identifier Code beziehungsweise seit Ende 2010 für Business Identifier Code und ist der international standardisierte Bankcode, vergleichbar mit der Bankleitzahl in Deutschland. Der BIC, oftmals auch als SWIFT-Code bezeichnet, wird neben der IBAN als zweites Identifikationsmerkmal für die jeweils kontoführende Bank zur Weiterleitung von Zahlungen benötigt.

Mit dem BIC können Kreditinstitute weltweit eindeutig identifiziert werden. Der BIC ist entweder acht oder elf Stellen lang. An der fünften und sechsten Stelle ist ein Länderkennzeichen zu finden (zum Beispiel DE für Deutschland).

Der BIC einer Bank steht oft auf dem Kontoauszug oder kann im Online-Portal jeder Bank nachgelesen werden. Den BIC der Zahlungsempfänger können Kunden ihren Rechnungen entnehmen.

Die Bankenaufsicht ist eine staatliche Aufgabe, in deren Rahmen unter anderem die Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute überwacht wird, da sie eine zentrale Stellung im Geldkreislauf einnehmen. Das primäre Ziel der staatlichen Bankenaufsicht in Deutschland besteht darin, ein funktionsfähiges, stabiles und integres Finanzsystem zu gewährleisten. Zu diesem Zweck ist in der Bundesrepublik Deutschland 1961 das Gesetz über das Kreditwesen (KWG) in Kraft getreten. Es überlässt den Geschäftsführern der Kreditinstitute die unternehmerischen Einzelentscheidungen, beschränkt deren Tätigkeit aber durch Rahmenvorschriften. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank überwacht.

Zum Bankensystem gehören die Zentralbank und die Geschäftsbanken. In Deutschland besteht das System der Geschäftsbanken aus dem so genannten Drei-Säulen-Modell. Es beschreibt die grobe Aufteilung in drei unterschiedliche, miteinander im Wettbewerb stehende Bankentypen. Die drei Säulen sind die Genossenschaftsbanken ( Volksbanken und Raiffeisenbanken , Sparda- und PSD-Banken sowie genossenschaftliche Spezialinstitute), die öffentlich-rechtlichen Sparkassen sowie die Privatbanken (meist Großbanken). Die Unterschiede bestehen grob gesagt in der Rechtsform und dem Geschäftsmodell.

Es gibt mehrere bundesweite Bankenverbände in Deutschland, die die Interessen ihrer jeweiligen Mitgliedsbanken vertreten: den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), den Bundesverband deutscher Banken (BdB), den Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), und den Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp). In Fragen, zu denen diese Wettbewerber eine gebündelte Meinung der deutschen Kreditwirtschaft vertreten, äußern sich deren Spitzenverbände gemeinsam als "Die Deutsche Kreditwirtschaft". Die Federführung der Deutschen Kreditwirtschaft wechselt jährlich zwischen dem BVR, dem DSGV und dem BdB. Darüber hinaus gibt es spezielle Bankenfachverbände, beispielsweise den Verband der Bürgschaftsbanken.

Die Bankkarte ermöglicht die bargeldlose Durchführung unterschiedlicher Zahlungen (Englisch: to debit = belasten). Man nennt sie Debitkarte oder girocard-Karte. Umgangssprachlich wird die Bankkarte in Deutschland oftmals noch ec-Karte genannt.

Die Bankleitzahl (BLZ) wurde 1970 vom deutschen Kreditgewerbe und der Deutschen Bundesbank mit dem Ziel eingeführt, den bargeldlosen Zahlungsverkehr automatisieren zu können. Sie ist die Adresse der Kreditinstitute in Deutschland und besteht aus einer achtstelligen Nummernfolge. Mit der geplanten Umsetzung des EU-Binnenmarkts und des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums "SEPA" wird zukünftig die BLZ durch den Bank Identifier Code (BIC) ersetzt. Er ist ebenfalls auf Überweisungsträgern und der eigenen Bankkarte ersichtlich.

Banknoten und Münzen. Banknoten sind Geldscheine (Papiergeld), Münzen sind geprägte Metallstücke (Hartgeld). Münzen stellen eine Ergänzung des Banknotenumlaufs für kleine Zahlungen dar.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr bezeichnet das Übertragen von Zahlungsmitteln ohne Bargeld. Er wird auch unbarer Zahlungsverkehr genannt - im Gegensatz zum Barzahlungsverkehr mit Bargeld.

Grundsätzlich kann zwischen zwei Formen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs unterschieden werden: dem Überweisungsverkehr (so genannte Schub-Zahlungen oder "push payments") und dem Einziehungs- oder Inkassoverkehr (so genannte (Ein)Zug-Zahlungen oder "pull payments").

Es kann zusätzlich zwischen dem beleghaften, zum Beispiel Überweisungsbeleg, und dem nicht beleghaften Zahlungsverkehr, zum Beispiel Internet-Banking, unterschieden werden.
Voraussetzung für den bargeldlosen Zahlungsverkehr ist, dass beide Beteiligte (Zahler und Zahlungsempfänger) über ein Bankkonto (Girokonto) verfügen.

Zu den Zahlungsinstrumenten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gehören Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlung (Bankkarten/Debitkarten, Kreditkarte und Geldkarten). Ebenso können Zahlungen mit Scheck erfolgen.

Bestand der Banken an Bargeld (Guthaben) bei der Zentralbank.

Bausparen ist eine Art der finanziellen Vorsorge und der Geldanlage für private Haushalte. Es dient in erster Linie der Immobilienfinanzierung und hat das gemeinschaftliche Zwecksparen als Grundidee. Hauptmerkmal des Bausparens ist, dass von der gesamten Bausparsumme ein bestimmter Prozentsatz als Mindestguthaben angespart wird. Der restliche, fehlende Teil wird danach als Bauspardarlehen gewährt. Das Bausparen gliedert sich in drei Phasen:

1. Sparphase: Hier wird durch den Bausparer das für die nächste Phase notwendige Mindestguthaben angespart und durch die Bank verzinst. Dabei kann er wählen, in welchem Rhythmus er die Beträge auf sein Bausparkonto einzahlen möchte (zum Beispiel monatlich, vierteljährlich, jährlich).

2. Zuteilungsphase: Nach dem Ansparen des Mindestguthabens durch den Bausparer erfolgt die Zuteilung des Bausparvertrags. Hier kann sich der Anleger nun das angesparte und verzinste Guthaben sowie das Darlehen, auf das jeder Bausparer einen Rechtsanspruch hat, auszahlen lassen. Dieses besteht nach dem genossenschaftlichen Prinzip im Wesentlichen aus den Guthaben anderer Bausparer, die noch keine Zuteilung erhalten haben.

3. Darlehensphase: Hier wird das bereitgestellte Darlehen, genau wie ein Kredit, mit Zinsen, die im Bausparvertrag vorab festgelegt wurden, zurückgezahlt (getilgt).

Das Bausparen wird mit einem Bausparvertrag, den der Bausparer (Anleger) mit einer Bausparkasse abschließt, geregelt. Darin sind unter anderem die Bausparsumme, die sich aus Guthaben und Darlehen zusammensetzt, die Sparrate, also der Rhythmus der Einzahlungen, das durch die Anlage anzusparende Mindestguthaben, die Mindestvertragsdauer, die Mindestsparzeit und die Zinsen für die Rückzahlung und das zu sparende Mindestguthaben festgelegt. Beim Bausparen werden vom Staat finanzielle Vergünstigungen in Form von Wohnungsbauprämien oder Steuervorteilen gewährt.

Bausparkassen sind Spezialbanken zur Finanzierung von Bauvorhaben.

Gegenüberstellung von Vermögensgegenständen und Eigen- und Fremdkapital in Kontenform. Die Bilanz gibt Auskunft über die Herkunft (Passiva) und die Verwendung des Kapitals eines Unternehmens (Aktiva).

Markt, an dem regelmäßig Waren, Rohstoffe oder Wertpapiere gehandelt werden. Die wichtigsten Wertpapierbörsen der Welt sind die New York Stock Exchange und die Börsen in London und Tokio. Deutschlands größte Wertpapierbörse befindet sich in Frankfurt am Main. Die größte Rohstoffbörse der Welt ist in Chicago.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „bonitas“ ab, was so viel wie „Güte, Qualität“ bedeutet. In der Finanzwirtschaft beschreibt er die Kreditwürdigkeit, also die Fähigkeit (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und Bereitschaft (Zahlungswilligkeit) eines Schuldners, einen zur Verfügung gestellten Geldbetrag (Kredit) inklusive Zinsen zurückzuzahlen. Schuldner können dabei Privatpersonen, Unternehmens, Organisationen, die öffentliche Hand und Staaten sein. Je besser die Bonität, desto eher und oftmals auch zu besseren Konditionen erhält man einen Kredit und umgekehrt. Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission sowie die Zinsen zu bedienen und zu tilgen.

Der Preis beziehungsweise Kurs, zu dem Verkäufer bereit sind, Wertpapiere zu verkaufen.

Das Bruttoinlandsprodukt misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das bedeutet, dass zum Beispiel Einzelteile, die zur Herstellung eines Endprodukts benötigt werden, nicht extra in die Berechnung des BIP einfließen, sondern im Gesamtwert des Endprodukts enthalten sind. Wenn das BIP zunimmt, spricht man von Wirtschaftswachstum.

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) (bis 1999: Bruttosozialprodukt, kurz: BSP) ist der Einkommensindikator einer Volkswirtschaft und ein zentraler Maßstab zur Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstands. Das BNE ist definiert als die Summe aller von den Bürgern und Unternehmen eines Landes innerhalb einer Periode (meist ein Jahr) erwirtschafteten Erwerbs- und Vermögenseinkommen. Die Berechnung des BNE folgt dabei dem sogenannten Inländerkonzept: Es berücksichtigt alle Erwerbstätigen, die ihren festen (Wohn-)Sitz im Inland haben - ganz gleich, ob sie im Inland oder im Ausland arbeiten oder produzieren.

Grundlage für die Berechnung des BNE bildet das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Davon werden diejenigen Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögensbesitz im Sinne von Zinsen und anderen Kapitalerträgen (jedoch keine Veräußerungsgewinne) abgezogen, die an ausländische Bürger oder Unternehmen im Inland geflossen sind. Hinzugerechnet werden die Erwerbs- und Vermögenseinkommen von inländischen Bürgern oder Unternehmern, die im Ausland erzielt wurden.

Bruttoinlandsprodukt
+ Einkommen von inländischen Bürgern oder Unternehmen aus dem Ausland
- Einkommen von Ausländern im Inland
= Bruttonationaleinkommen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • nominalen Bruttonationaleinkommen: Dabei erfolgt die Berechnung zu aktuellen, laufenden Preisen.

  • realen Bruttonationaleinkommen: Hier erfolgt die Berechnung zu konstanten, das heißt, um die Inflation bereinigten Preisen.. Der Vorteil ist, dass Steigerungen des BNE, die allein auf eine Steigerung der Preise zurückzuführen sind, so unberücksichtigt bleiben.

Damit ist unbares Geld gemeint, das zum Beispiel auf einem Konto existiert und dort registriert, also "verbucht" ist. Buchgeld kann man nicht sehen; es kann im Rahmen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs von Konto zu Konto bewegt werden. Dies geschieht zum Beispiel durch Überweisung eines Geldbetrages von einem Girokonto auf ein anderes Girokonto oder ein Spar- und Anlagekonto. Die entsprechenden Geldeingänge beziehungsweise Geldausgänge werden dann auf den jeweiligen Konten elektronisch erfasst.

Instrumente des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, über die Buchgeld bewegt werden kann, sind unter anderem die Kartenzahlung, die Überweisung oder die Lastschrift.

Buchgeld kann wieder in Bargeld umgewandelt werden und umgekehrt – zum Beispiel durch das Abheben eines auf dem Konto verbuchten Geldbetrags am Geldautomaten, der diesen in Form von Bargeld auszahlt.

Die Hauptaufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist die Aufsicht über Institute, Versicherungen und den Handel mit Wertpapieren in Deutschland. Damit sollen die Funktionsfähigkeit, Integrität und Stabilität des deutschen Finanzsystems sichergestellt werden.

Um der seit 2014 geltenden europäischen Richtlinie zu Einlagensicherungen der Banken sowie dem daran anknüpfenden deutschen Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) zu entsprechen, wurde neben der bestehenden (freiwilligen) Sicherungseinrichtung des BVR mit ihrem Institutsschutz eine separate Gesellschaft als hundertprozentige Tochter des BVR namens BVR Institutssicherung GmbH gegründet. Sie gewährleistet den gesetzlichen Einlagenschutz bis 100.000 Euro im Entschädigungsfall, stellt aber zugleich durch den Institutsschutz für die Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe einen vollumfänglichen Schutz bereit

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) vertritt bundesweit und international die Interessen der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Innerhalb der Gruppe koordiniert und entwickelt der BVR die gemeinsame Strategie der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Beim BVR ist auch die Sicherungseinrichtung angesiedelt, die für den Institutsschutz der Genossenschaftsbanken und damit für die Sicherheit der Kundeneinlagen bei Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda- und PSD-Banken, Kirchenbanken sowie genossenschaftlichen Spezialkreditinstituten sorgt. Der BVR mit Hauptsitz in Berlin wurde im Jahr 1972 gegründet.

C

Englisch: bar, siehe Bargeld

D

Ein Dauerauftrag ist ein Instrument des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, bei dem regelmäßige Zahlungen in jeweils identischer Höhe zu einem festen Termin an ein und denselben Empfänger überwiesen werden. Hierunter fallen zum Beispiel Mieten, Ratenzahlungen oder Löhne und Gehälter. Die Bank führt die Zahlung zum vorgegebenen Termin pünktlich und regelmäßig aus. So spart der Bankkunde Zeit und Aufwand und vergisst darüber hinaus keine Zahlung. Daueraufträge können durch den Bankkunden persönlich bei der Bank vor Ort oder am eigenen PC im Online-Banking erstellt, geändert oder gelöscht werden.

Der bargeldlose Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union wird vereinheitlicht. Dies erfolgt im Rahmen der politischen Umsetzung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA (Single Euro Payments Area). Damit erhalten beispielsweise Überweisungen – und damit auch der Dauerauftrag – die einheitlichen internationalen Kontoadressen IBAN und BIC. Unternehmen mussten, so die politische Vorgabe, seit 1. Februar 2014 beziehungsweise allerspätestens ab 1. August 2014 die neuen Zahlverfahren einsetzen. Verbraucher können zwar noch bis 2016 die vorherigen nationalen Verfahren nutzen; es ist aber ratsam, schon jetzt die SEPA-Verfahren anzuwenden.

siehe Bankkarte oder girocard (Englisch: to debit = belasten)

allgemeines Sinken des Preisniveaus über einen längeren Zeitraum hinweg

Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland, auch Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) sowie des Eurosystems. Zu den Aufgaben der Deutschen Bundesbank gehören die Sicherstellung der Preisstabilität, der Stabilität des Finanz- und Währungssystems, die Sicherung eines reibungslosen Zahlungsverkehrs und die Verwaltung der deutschen Währungsreserven. Die Bundesbank übernimmt darüber hinaus Aufgaben der deutschen Bankenaufsicht.

Der DAX bildet die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien ab. Der DAX ist heute als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt national und international etabliert. Der Kursverlauf des DAX macht deutlich, dass die Aktienanlage über lange Zeiträume hinweg in der Regel ertragreich sein kann. Im Juli 1988 startete er mit einem Stand von 1.163 Punkten. Dabei erlebte das deutsche Börsenbarometer natürlich kontinuierliche und teilweise sehr beträchtliche Schwankungen. Über lange Zeiträume setzte sich allerdings immer der positive Trend durch.

Um als Unternehmen in den Deutschen Aktienindex aufgenommen zu werden, muss es eine Vielzahl von Kriterien erfüllen. So muss ein Unternehmen zum Beispiel im sogenannten Prime Standard gelistet sein. Hier gelten sehr strenge Transparenzregeln. Darüber hinaus werden die Unternehmen aufgrund von Größen wie Marktkapitalisierung, Umsatz und Branchenrepräsentativität ausgewählt.

Der DAX wird von der Deutschen Börse auf Sekundenbasis berechnet. Über die Veränderung der Indexzusammensetzung entscheidet die Deutsche Börse einmal jährlich zum ordentlichen Anpassungstermin im September. Darüber hinaus kann ein Unternehmen außerhalb der ordentlichen Überprüfungstermine aus dem Index genommen werden, wenn es beim Kriterium Marktkapitalisierung und Börsenumsatz nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen zählt. Oder es kann aufgenommen werden, wenn es beim selben Kriterium zu den 25 größten Unternehmen gehört.

Inzwischen gibt es neben dem Leitindex eine ganze DAX-Familie, darunter der MDAX, der die 50 nächstgrößten Unternehmen enthält, der TecDAX für Technologieunternehmen oder der SDAX für kleine Werte. Es gibt sogar einen Öko-DAX, der Solar- und Windunternehmen listet.

Devisen sind Forderungen auf ausländische Währungen in Form von Guthaben oder Schecks. Ausländische Banknoten und Münzen werden nicht Devisen, sondern Sorten genannt.

Hier werden Währungen gehandelt, überwiegend zwischen den Banken. Die Wechselkurse ergeben sich aus Angebot und Nachfrage für bestimmte Währungen.

Wer ein regelmäßiges Einkommen hat, kann bei der Bank einen Dispositionskredit (kurz: Dispo) für sein Girokonto beantragen. Das heißt, er kann sein Konto bis zu einem bestimmten Höchstbetrag überziehen, also ins Minus (Soll) gehen. Die Bank gibt keinen festen Rückzahlungstermin vor. Mit den laufenden Einnahmen wird das Soll jeweils ganz oder teilweise wieder ausgeglichen.

Es ist aber nur sinnvoll, einen Dispokredit bei kurzfristigen finanziellen Engpässen in Anspruch zu nehmen. Für vorhersehbare umfangreichere Finanzierungswünsche sind andere Kreditformen, zum Beispiel Anschaffungsdarlehen, passender und günstiger. Man kann übrigens den eigenen Dispokreditrahmen in Absprache mit seiner Bank beschränken oder erweitern. Bei Jugendgirokonten ist ein Dispo nicht möglich, denn dies sind rein auf Guthabenbasis geführte Konten, die nicht überzogen werden können.

Dividende ist der Teil des Jahresgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Anteilseigner beziehungsweise eine eingetragene Genossenschaft an ihre Mitglieder ausschüttet. Über die Höhe der Dividende beschließt die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft beziehungsweise die General- oder Vertreterversammlung einer eingetragenen Genossenschaft. In Deutschland erfolgen Dividendenzahlungen meist nur einmal im Jahr.

Als US-Dollar ist er die Währungseinheit der USA (1 Dollar entspricht 100 Cents) und die wichtigste internationale Währung. In anderen Staaten und Gebieten gibt es auch den Dollar als Währung, jeweils gekoppelt mit der Landesbezeichnung (zum Beispiel Hong-Kong-Dollar). Das Wort Dollar stammt von der deutschen Münzbezeichnung Taler.

E

Umgangssprachlich, korrekt heißt sie Debitkarte, Bankkarte oder girocard-Karte.

Die Debitkarte wird für bargeldlose Zahlungen und zum Abheben von Bargeld an Geldautomaten verwendet. Bargeldlose Zahlungen werden durch Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) autorisiert.

Geldbeträge, die die Kunden als Sparer den Banken gegen eine Zinszahlung überlassen. Man unterscheidet Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Spareinlagen sind in der Regel unbefristet; die Einleger können sie nach Ablauf einer Kündigungsfrist von der Bank zurückfordern.

Zum Schutz der Einlagen von Kunden, zum Beispiel der Gelder auf Spar- oder Festgeldkonten, ist jede Bank/Sparkasse in Deutschland verpflichtet, einem Sicherungssystem angeschlossen zu sein, das in gesetzlich festgelegtem Umfang den Kunden (= Einlegern) die Rückzahlung ihres Geldes auch dann garantiert, wenn die Bank des Kunden "Pleite gegangen" sein sollte; derzeit beträgt dieser gesetzliche Anspruch EU-weit einheitlich 100.000 Euro.

In Deutschland gehen die Sicherungssysteme der verschiedenen Bankengruppen über diesen Mindestschutz hinaus. Die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen praktizieren den so genannten Institutsschutz, nach dem die Kundeneinlagen bei diesen Kreditinstituten vollumfänglich geschützt sind.

Im betriebswirtschaftlichen Sinne erhöhen Einnahmen das Geldvermögen eines Unternehmens. Einnahmen können bare oder bargeldlose Einzahlungen sein, aber auch Forderungszugänge, die durch Rechnungen an Kunden entstehen (Gegensatz: Ausgaben).

Die Einzugsermächtigung ist ein Lastschriftmandat (siehe auch Lastschrift) für Lastschriften im Einzugsermächtigungslastschriftverfahren. Hierbei erteilt der Zahler dem Zahlungsempfänger eine Weisung, mit welcher dieser ermächtigt ist, Zahlungen (Geldbeträge) von seinem Girokonto mittels Lastschrift einzuziehen. Dieses alte nationale Verfahren ist seit Februar 2014 durch das europaweit einheitliche SEPA-Basis-Lastschriftverfahren ersetzt worden.

Das Einzugsermächtigungslastschriftverfahren war die bis Februar 2014 die generell übliche Lastschriftart innerhalb Deutschlands für alle Kundengruppen. Dieses alte nationale Verfahren ist seit Februar 2014 durch das europaweit einheitliche SEPA-Basis-Lastschriftverfahren ersetzt worden. Genutzt wurde es zum Beispiel für die Bezahlung der Telefon-, Strom- oder Gasrechnung. Hierbei erteilt der Zahler dem Zahlungsempfänger eine Weisung, mit welcher dieser ermächtigt ist, Zahlungen (Geldbeträge) von seinem Girokonto mittels Lastschrift einzuziehen. Wenn der Zahlungspflichtige mit dem Lastschrifteinzug nicht einverstanden war, konnte er innerhalb einer Frist von acht Wochen ab der Belastungsbuchung des Girokontos ohne Angabe von Gründen widersprechen. Den Betrag erhielt er dann wieder auf seinem Girokonto gutgeschrieben.

gemeinsame Währung der Staaten der Europäischen Währungsunion

Der Zusammenschluss der EWU wurde am 1. Januar 1999 verwirklicht. Die gemeinsame Währung ist der Euro.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wurde für die Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion errichtet. Die EZB bildet mit den nationalen Zentralbanken der 28 EU-Mitgliedstaaten das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) und mit den 19 nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets das Eurosystem. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main. Das primäre Ziel der Geldpolitik ist es, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so den Wert des Geldes, des Euro, zu wahren. Ein wichtiges geldpolitisches Steuerungsinstrument ist dabei der Leitzins, der den Preis, zu dem sich die Banken bei der EZB nach Hinterlegung von Sicherheiten Geld leihen können, darstellt. Die EZB setzt mit den anderen 19 nationalen Notenbanken des Euroraumes regelmäßig die Höhe des Leitzinses fest. Zudem hat die EZB seit Herbst 2014 die direkte Aufsicht über alle systemrelevanten Banken im Euroraum inne.

Zum Euroraum zählen die Länder der EU, die den Euro als Währung eingeführt haben.

F

Markt, auf dem die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital sowie Rohstoffe angeboten und nachgefragt werden, die zur Produktion von Gütern notwendig sind. Volkswirtschaftlich wird deshalb in Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt, Kapitalmarkt und Rohstoffmarkt unterschieden. Das Gegenteil des Faktormarktes ist der Gütermarkt.

Das Federal Reserve System (FED) ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten von Amerika. Umgangssprachlich wird es auch US-Notenbank genannt. Vor dem Hintergrund zahlreicher Bank- und Finanzkrisen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die FED am 23. Dezember 1913 durch den Erlass des Federal Reserve Act mit dem Ziel gegründet, um zukünftige Finanzkrisen abzuwenden. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist das europäische Pendant. Genau wie sie hat die FED die Aufgabe, die Geldpolitik festzulegen und hierüber für ein stabiles Preisniveau zu sorgen. Im Gegensatz zur EZB hat die FED zwei zusätzliche gleichberechtigte Ziele. So soll sie durch ihre Geldpolitik auch für Wachstum und Beschäftigung sorgen und diese sichern. Seit 2014 ist mit Janet Yellen erstmals eine Frau Präsidentin der FED. Die FED setzt sich zusammen aus:

  • Dem Board of Governors (BOG): Es bildet die oberste Instanz der FED und ist vergleichbar mit dem Direktorium der Europäischen Zentralbank. Hauptaufgabe ist die Festlegung des Zinssatzes, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank direkt Geld leihen (Diskontsatz). Darüber hinaus bestimmt das Board of Governors die Höhe der Mindestreserve der Geschäftsbanken und setzt die Entscheidungen des Federal Open Market Committees (FOMC) um. Dem BOG, das seinen Sitz in Washington D.C. hat, gehören sieben Mitglieder an. Sie werden vom US-Präsidenten vorgeschlagen und durch den Senat bestätigt. Ihre Amtszeit beträgt 14 Jahre. Zwei Mitglieder des BOG, die ebenfalls vom US-Präsidenten vorgeschlagen und vom Senat bestätigt werden, werden für die Dauer von vier Jahren als Präsident und Vizepräsident bestimmt.

  • Dem Federal Open Market Committee (FOMC): Dieser Ausschuss ist für die Geld- und Währungspolitik sowie die Durchführung der Offenmarktgeschäfte verantwortlich und das wichtigste wirtschaftspolitische Gremium. Es tagt acht Mal im Jahr. Sein zentrales geldpolitisches Instrument ist die Festlegung des US-Leitzinses. Darüber hinaus entscheidet das Gremium auch über Eingriffe in den Devisenmarkt und beeinflusst somit den Wechselkurs des US-Dollar zu anderen Währungen wie zum Beispiel dem Euro. Das Federal Open Market Committe besteht aus 12 Mitgliedern. Dabei handelt es sich um die sieben Mitglieder des Board of Governors, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York sowie vier Präsidenten der Federal Reserve Banks. Letztere werden in einem jährlichen Rotationsverfahren ausgewählt.

  • Den Federal Reserve Banks (FRB): Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von zwölf über die USA verteilten regionalen Zentralbanken mit insgesamt 25 Zweigstellen. Hauptaufgaben sind unter anderem die Lagerung von Banknoten und Münzen, die Steuerung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und die Überwachung der regionalen Geschäftsbanken. Darüber hinaus analysieren und berichten sie über die regionale Wirtschaftsentwicklung und erläutern in ihrem Distrikt den geldpolitischen Kurs. Jede Federal Reserve Bank verfügt über neun Direktoren. Drei davon werden vom Board of Governors ernannt. Die restlichen sechs Direktoren werden von den angehörigen Geschäftsbanken (member banks) gewählt – Dabei müssen drei aus dem Bankenbereich und drei aus dem Nichtbankenbereich stammen.

  • Den Angehörigen Geschäftsbanken (member banks): Dabei ist die Mitgliedschaft für die größten US-Banken verpflichtend, für alle anderen Banken freiwillig.

  • diversen Beratungsräten: Sie sind dem Board of Governors unterstellt und geben diesem verschiedene Empfehlungen.

Sammelbegriff für alle Märkte, auf denen sich Finanzmittel in Form von Angebot und Nachfrage gegenüberstehen. Man unterscheidet nach der Fristigkeit in Geldmarkt und Kapitalmarkt, nach organisierten Märkten (Börsen) und nicht organisierten Märkten oder nach nationalen oder internationalen Märkten. Die gehandelten Werte können zum Beispiel Kredite, Aktien, Anleihen, Terminkontrakte oder Währungen sein.

Kleinster Teil des Fondsvermögens (auch Anteil genannt), über den ein Anteilschein ausgestellt ist.

Mit einem Freistellungsauftrag für Kapitalerträge können Privatkunden ihre Bank beauftragen, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags - 801 Euro bei Ledigen / 1.602 Euro bei Ehegatten - vom Steuerabzug (Abgeltungsteuer) freizustellen. Ehegatten können zwischen Einzelfreistellungsauftrag und gemeinsamen Freistellungsauftrag wählen. Bei einem gemeinsamen Freistellungsauftrag werden die Ehegatten wie zusammen veranlagte Ehegatten behandelt, das heißt es erfolgt zum Jahresende eine ehegattenübergreifende Verlustverrechnung und das Freistellungsvolumen von 1.602 Euro steht ihnen gemeinsam zu. Voraussetzung ist, dass die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben.

G

In der Gruppe der 20 (G20) sind seit 1999 die 20 weltweit wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammengeschlossen. Deren Staats- und Regierungschefs haben sich bei einem Gipfeltreffen im Jahr 2009 in Reaktionen auf die weltweite Finanzmarktkrise zum maßgeblichen Beratungsgremium für globalen Wirtschaftsfragen erklärt. Heute ist die G20 das bedeutendste Forum für internationale Ordnungspolitik und Regulierung.

Die Mitglieder

Der G20 gehören 19 Staaten und die EU an. Die Länder sind Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA. Die EU wird durch die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und durch die rotierende EU-Ratspräsidentschaft vertreten. Sie gemeinsam repräsentieren gegenwärtig über 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, 75 Prozent des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Die Aufgaben

Aufgabe der G20 ist es, den Dialog zwischen Industrie- und Schwellenländern sowie die internationale Zusammenarbeit fördern und eine stabile, sozial ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Weltwirtschaft sicherzustellen. Weitere finanzpolitische Themenfelder sind die Zusammenarbeit im Bereich Steuern sowie die Schließung verbleibender Lücken in der Finanzmarktregulierung.

Die G20 ist ein informelles Gremium und keine internationale Organisation. Deshalb sind die Beschlüsse der G20 rechtlich nicht bindend. Jedoch haben sie eine hohe politische Bindungswirkung und geben Anstoß zu Reformen auf der nationalen und multinationalen Ebene. Darüber hinaus besitzt die G20 weder einen Verwaltungsrat mit ständigem Sekretariat noch eine ständige Vertretung ihrer Mitglieder.

Gipfeltreffen und deutsche Präsidentschaft

Der sichtbarste Teil des G20-Prozesses sind die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, deren Organisation und Vorbereitung in den Händen der jeweiligen Präsidentschaft liegen. Diese hat im Jahr 2017 Deutschland inne. Das Gipfeltreffen findet dabei in Hamburg statt. Neben den G20-Staaaten nehmen auf Einladung der Präsidentschaft außerdem internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank (WB), der Finanzstabilitätsrat (FSB), die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Welthandelsorganisation (WTO), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Vereinten Nationen (UN) teil. Darüber hinaus kann die Präsidentschaft weitere Staaten und Regionalorganisationen einladen. Während der deutschen Präsidentschaft sind dies Spanien als ständiges Gastland, die Niederlande, Norwegen, Singapur, die Afrikanische Union (AU), die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) und die Organisation Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (NEPAD).

Diese Fonds garantieren zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals beziehungsweise zumindest eines bestimmten Anteils des Geldes. Sie sind für Anleger geeignet, die der Sicherheit besonderen Wert beimessen.

Allgemein anerkanntes und akzeptiertes Tausch- und Zahlungsmittel. Geld ist als Münzgeld oder Banknoten im Umlauf. Heute spielen auch Buchgeld (Kontobestände eines Kunden bei der Bank) und elektronisches Geld (Guthaben auf einer Geldkarte) eine bedeutendere Rolle im Alltag.

Die drei Funktionen des Geldes sind
1. Tausch- und Zahlungsmittel
2. Recheneinheit/Wertmaßstab
3. Wertaufbewahrungsmittel

Geldillusion oder auch Geldwertillusion ist ein Begriff aus der Geldtheorie. Sie liegt vor, wenn Wirtschaftssubjekte ihr wirtschaftliches Verhalten nicht nach dem realen Wert des Geldes, also dessen tatsächlicher Kaufkraft, ausrichten, sondern sich nur an dessen nominalem Wert orientieren. Dies bedeutet, dass die sich ändernde Kaufkraft des Geldes durch Inflation oder Deflation ignoriert wird.

Ein praktisches Beispiel: Ein Arbeitnehmer erhält zwei Prozent mehr Gehalt bei einer Inflationsrate von jährlich zwei Prozent. Der Arbeitnehmer fühlt sich durch die Lohnsteigerung wohlhabender und entschließt sich aus diesem Grund zum Kauf eines neuen Smartphones. Der Arbeitnehmer unterliegt dabei der Geldillusion, da er nicht erkennt, dass die Gehaltserhöhung lediglich den Kaufkraftverlust durch die Inflationsrate ausgeglichen hat. Die Kaufkraft seines Lohnes hat sich nicht verändert. Der nominale Lohnanstieg fällt in diesem Fall höher aus als die reale Entwicklung des Lohnes.

Derjenige Geldbestand in einer Volkswirtschaft, der sich in den Händen von Nichtbanken befindet, zum Beispiel bei Privatpersonen oder Unternehmen, die keine Kreditinstitute sind.

Maßnahmen der Zentralbank, um geldpolitische Ziele zu erreichen, zum Beispiel Preisstabilität. Dabei werden geldpolitische Instrumente eingesetzt, die die Zinskonditionen und Knappheitsverhältnisse regulieren.

Die eingetragene Genossenschaft (eG) ist eine Unternehmensform. Ihre Aufgabe besteht in der dauerhaften Förderung ihrer Mitglieder unter Beachtung der Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Mindestens drei Personen müssen sich an der Gründung einer Genossenschaft beteiligen.

Der Geschäftsanteil, auch Genossenschaftsanteil genannt, ist eine rechnerische Größe, und zwar der Betrag, bis zu welchem sich die einzelnen Mitglieder an einer Genossenschaft mit Einlagen beteiligen können. Die Höhe des Genossenschaftsanteils wird in der Satzung festgelegt.

So können Kunden einer Genossenschaftsbank, etwa einer Volksbank oder Raiffeisenbank, Mitglied und damit Teilhaber der Bank werden. Dafür stellen Kunden einen Antrag auf Mitgliedschaft. Der Vorstand entscheidet über jeden Beitrittsantrag. Mit dem Beitritt verpflichtet sich das neue Mitglied, einen oder mehrere Geschäftsanteile der Bank zu zeichnen. Die Satzungen der Banken regeln, wie viele Anteile ein Mitglied maximal erwerben darf.

Mitglieder dürfen an der jährlichen Generalversammlung der Genossenschaft teilnehmen und dort direkt erfahren, welche Ziele die Bank verfolgt. Mitglieder dürfen bei diesen ihren Versammlungen auch mitbestimmen: über die Ziele der Bank, aber auch über die Besetzung ihrer Kontrollgremien. Seit 1849 gilt bei genossenschaftlichen Banken dafür das demokratische Prinzip: ein Mitglied, eine Stimme – unabhängig von der Anzahl der Mitgliedsanteile. Dies steht im Gegensatz etwa zur Aktie, wo der Stimmumfang sich nach der Höhe des Aktienbesitzes richtet.

Anders als bei Aktien unterliegen die Genossenschaftsanteile keinen Kursschwankungen: bei Beendigung der Mitgliedschaft wird der unveränderte Nominalwert des Geschäftsanteils ausgezahlt. Den Ertrag erbringt die Dividende, die meist einmal pro Jahr ausgezahlt wird. Über deren Höhe entscheidet dabei die General- oder Vertreterversammlung der Genossenschaft.

 

Kreditinstitute in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Sie firmieren vornehmlich als Volksbank, Raiffeisenbank, Sparda-Bank oder PSD Bank. Gegenstand ihres Unternehmens ist in erster Linie die Ausübung aller Bankgeschäfte und banküblicher Geschäfte. Genossenschaftsbanken sind als Universalbanken eine wichtige Säule des deutschen Bankensektors. Das Eigenkapital einer Kreditgenossenschaft setzt sich wie bei jeder Genossenschaft aus den von den Mitgliedern gekauften Geschäftsguthaben zusammen. In Deutschland gibt es rund 1.100 Genossenschaftsbanken (Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken und genossenschaftliche Spezialinstitute). Rund 16,7 Millionen Personen in Deutschland sind Mitglieder einer Genossenschaftsbank.

Ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht ist dann erreicht, wenn alle vier wirtschaftspolitischen Ziele des sogenannten magischen Vierecks erreicht werden. Diese sind:

Hoher Beschäftigungsstand: Er lässt sich anhand der Arbeitslosenquote messen. Die Arbeitslosenquote errechnet sich aus dem Quotienten der Arbeitslosenzahl und der Summe der Erwerbstätigen und der Arbeitslosen. Von einem hohen Beschäftigungsstand im Sinne von Vollbeschäftigung spricht man häufig dann, wenn die Arbeitslosenquote maximal drei Prozent beträgt.

Preisniveaustabilität: Sie wird mithilfe eines Warenkorbs über Preisindizes ermittelt. Der bekannteste Preisindex ist in Deutschland der Verbraucherpreisindex (VPI) und im Euroraum der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI). Ein stabiles Preisniveau  ist nach allgemeiner Auffassung dann erreicht, wenn die jährliche Preissteigungsrate maximal zwei Prozent beträgt. Ein deutlicher, anhaltendender und breit angelegter Anstieg des allgemeinen Preisniveaus ist eine Inflation. Im Gegensatz dazu wird ein deutlicher, anhaltender und breit angelegter Rückgang des Preisniveaus als Deflation bezeichnet.

Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum: Bei der realen Zunahme des Bruttoinlandsprodukts wächst die Wirtschaftsleistung. Ein stetiges und ausgewogenes Wirtschaftswachstum ist dann erreicht, wenn  sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ohne großen Schwankungen vollzieht und die volkswirtschaftlichen Produktionskapazitäten normal ausgelastet sind.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: Dieses ist dann erreicht, wenn das Verhältnis der Importe und der Exporte ausgeglichen ist. Als Indikator dient vielfach dabei die Außenbeitragsquote. Sie errechnet sich aus dem Außenbeitrag (Exporte minus Importe von Waren und Dienstleistungen) dividiert durch das nominale Bruttoinlandsprodukt.

Alle vier Ziele sind die Hauptziele der staatlichen Wirtschaftspolitik und im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 verankert. Im Gegensatz zur deutschen Wirtschafspolitik gilt die Gleichrangigkeit der Ziele nicht für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Ihr Hauptziel ist es, für stabile Preise zu sorgen (Preisniveaustabilität).

Zwischen den vier Zielen zur Erreichung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts besteht ein Zielkonflikt. So unterstützen sich manche Ziele, andere konkurrieren aber gegeneinander. Beispielweise wird bei einem soliden Wirtschaftswachstum im Allgemeinen auch ein hohes Beschäftigungsniveau erreicht. Jedoch führt ein hoher Beschäftigungsgrad tendenziell zu einem Inflationsdruck, der mit dem Ziel der Preisniveaustabilität in Konflikt stehen kann. Somit können gleichzeitig nicht alle Ziele des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts oder nur dank magischer Kräften erreicht werden. Aus diesem Grund spricht man auch vom magischen Viereck. Eine Annäherung an das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ist allerdings möglich.

 

Positive Differenz, die sich - bezogen auf einen bestimmten Zeitraum - aus dem Ertrag (den Erlösen) und dem Aufwand (den Kosten) ergibt (Gegenteil: Verlust).

Die deutsche Kreditwirtschaft hat ihren zwei bewährten Zahlungssystemen - dem Bezahlen mit Debitkarte und persönlicher Identifikationsnummer (PIN), electronic-cash-System genannt, und der Bargeldbeschaffung an Geldautomaten (Deutsches Geldautomaten-System) - seit 2007 den Namen girocard gegeben.

Girocard soll vor allem die internationale Akzeptanz der deutschen Debitkarten (ehemals ec-Karten) durch die Schaffung eines einheitlichen Logos für den SEPA-Raum erleichtern. Das girocard-Logo ist beispielsweise auf Bankkarten, an elektronischen Kassen, an denen Kunden bargeldlos bezahlen können - zum Beispiel in Kaufhäusern, an Tankstellen oder in Hotels - sowie an Geldautomaten in Deutschland angebracht.

Entsprechend dem neuen girocard-System werden auch die Bankkarten/Debitkarten (umgangssprachlich ec-Karten) als girocards bezeichnet. Die girocard ist der Schlüssel zum eigenen Konto. Man verwendet sie zum Beispiel für Bargeldabhebungen am Geldautomaten, für alltägliche Bankgeschäfte und auch für bargeldlose Zahlungen beim Einkauf in Geschäften. Auch ermöglicht die girocard den Ausdruck von Kontoauszügen am Kontoauszugsdrucker.

Der Zahlungsverkehr wird bei den Kreditinstituten über besondere Konten abgewickelt. Eine allseits bekannte und für den Alltag nützliche Kontoform ist das Girokonto.

Mithilfe des Girokontos werden sowohl Barzahlungen als auch bargeldlose Zahlungen, zum Beispiel Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen (mit Debit-, Kredit- oder Geldkarte) durchgeführt. Zahlungsvorgänge, die sich zwischen Bank und Kunden ergeben, schlagen sich auf seinem Girokonto bei der Bank nieder. Eingehende Zahlungen werden dem Kunden gutgeschrieben, Verfügungen hingegen belastet.

Die Differenz zwischen den Gutschriften (Habenposten) und den Belastungen (Sollposten) bildet den Saldo des Kontos. Ein Soll- oder Schuldsaldo (negativer Saldo = Verbindlichkeit gegenüber der Bank) liegt vor, wenn die Sollposten die Habenposten übersteigen. Im umgekehrten Fall ergibt sich für den Kunden ein Guthabensaldo (positiver Saldo = Forderungen an die Bank).

Der aus dem Italienischen stammende Begriff "giro" bedeutet übrigens "Kreislauf" und beschreibt diese ständige Bewegung des Kontosaldos aufgrund der regelmäßigen Zu- und Abbuchungen.

Markt, auf dem Angebot von und Nachfrage nach hergestellten Waren und Dienstleistungen aufeinandertreffen. Unterschieden werden dabei der Konsumgütermarkt und der Investitionsgütermarkt. Das Gegenteil eines Gütermarktes ist der Faktormarkt.

H

Dient zur Besicherung eines Immobilienkredits. Gibt demjenigen, zu dessen Gunsten die Hypothek eingetragen ist (Hypothekengläubiger), das Recht, eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zur Befriedigung seiner Forderung zu verlangen, sofern der Schuldner das geliehene Kapital (Kredit) dem Gläubiger nicht vereinbarungsgemäß zurückzahlt. Im Zuge eines Zwangsvollstreckungsverfahrens kann das Grundstück versteigert werden, wobei der Erlös dem Gläubiger zusteht.

I

Das Merkmal einer Inflation ist, dass das Geld über einen längeren Zeitraum hinweg generell an Kaufkraft verliert und das Preisniveau allgemein ansteigt. Der Anstieg der Preise einzelner Güter ist jedoch noch keine Inflation.

Sind verzinsliche Wertpapiere (Schuldverschreibungen, Anleihen), mit denen der Schuldner (Emittent) dem Inhaber des Papiers die Rückzahlung des geliehenen Geldbetrags und festgelegte Zinsen zusagt. Im Gegensatz zu Namensschuldverschreibungen können Inhaberschuldverschreibungen leicht gehandelt, also ge- und verkauft werden. Die meisten börsennotierten Anleihen sind Inhaberschuldverschreibungen.

Beim Institutsschutz handelt es sich um einen gesetzlich anerkannten Mechanismus, den in Deutschland die Gruppe der Genossenschaftsbanken und die Sparkassengruppe praktizieren. Im Rahmen des Institutsschutzes wird sichergestellt, dass ein in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenes Mitgliedsinstitut jederzeit und uneingeschränkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Diese Unterstützung erfolgt durch ein spezielles Sondervermögen (umgangssprachlich mitunter auch "Feuerwehrfonds" genannt), in das die jeweiligen Mitgliedsbanken dieser Gruppen regelmäßig einzahlen. Es kann also bei einem wirksamen Institutsschutz zu keiner Bankinsolvenz kommen.

Für Kunden verbraucherfreundliche Aspekte des Institutsschutzes sind somit, dass die Kundeneinlagen der betreffenden Kreditinstitute vollumfänglich geschützt sind, dass der Institutsschutz damit über die gesetzlich definierte Einlagensicherung hinaus geht, und dass darüber hinaus die komplette Bankverbindung störungsfrei weiter besteht, was zum Beispiel besonders wichtig für den täglichen Zahlungsverkehr und eine funktionierende Kreditversorgung ist.

IBAN steht für International Bank Account Number. Sie ist eine standardisierte internationale Bankkontonummer. Sie ersetzt spätestens seit 1. Februar 2016 die zuvor geltenden nationale Kontonummer. Hintergrund dieser Neuerung ist, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payments Area) vereinheitlicht wurde. So werden Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen nur noch nach den europäischen SEPA-Verfahren durchgeführt.

Die IBAN besteht aus einem internationalen Teil, der sich aus einem Länderkennzeichen, in Deutschland "DE", und einer Prüfziffer zusammensetzt, sowie einer national festgelegten Komponente. Diese ist für Deutschland die ehemals nationale Bankleitzahl und die Kontonummer.

Die IBAN besteht insgesamt aus maximal 34 alphanumerischen Zeichen. Die Länge der IBAN ist je nach Land unterschiedlich. Die Anzahl der alphanumerischen Zeichen ist jedoch innerhalb eines Landes einheitlich. In Deutschland besteht die IBAN aus insgesamt 22 Buchstaben und Ziffern.

Bankkunden finden ihre IBAN auf dem Kontoauszug oder ihrer Bankkarte. Die IBAN der Zahlungsempfänger können Kunden ihren Rechnungen entnehmen.

Viele Geldbeträge von Anlegern werden in einem Fonds (Sondervermögen) gebündelt und nach der jeweils festgelegten Anlagepolitik des Fonds zum Beispiel in Wertpapieren, Bankeinlagen oder Immobilien angelegt. Der Investmentfonds wird von einer Investmentgesellschaft verwaltet und der Anleger erhält Fondsanteile.

Gesellschaft, die für das von ihr verwaltete Sondervermögen (Fonds) Wertpapiere oder Immobilien kauft und Anteilscheine an diesem Fonds ausgibt. Eine Investmentgesellschaft kann verschiedene Investmentfonds verwalten.

J

Ein Jugendgirokonto gibt Jugendlichen die Möglichkeit, eigenverantwortlich mit ihrem Geld umzugehen und den Umgang mit dem Girokonto und dem bargeldlosen Zahlungsverkehr zu erlernen. Es wird auf Guthabenbasis geführt und muss von den Erziehungsberechtigten beantragt werden. Das Konto ist in der Regel kostenlos und bietet häufig die gleichen Funktionen wie ein Konto für Erwachsene, jedoch keine Überziehungsmöglichkeit.

K

Begriff, der oft für langfristig angelegtes oder verliehenes Geld verwendet wird.

Markt für mittel- und langfristige Kredite und Beteiligungskapital. Über den Kapitalmarkt erhalten Unternehmen und der Staat Mittel für längerfristige Investitionen.

Unter Kartenzahlungen werden Zahlungen verstanden, die meist auf Basis von Zahlungskarten, die an Kundenkonten gebunden sind, abgewickelt werden. Die genormten, etwa 8,5 x 5,5 cm großen Karten werden deshalb oft auch als Plastikgeld bezeichnet.

Es wird zwischen Debitkarten (girocard, ehemals ec-Karte), Kreditkarten (zum Beispiel VISA, MasterCard) und Geldkarten (zum Beispiel GeldKarte) unterschieden.

In einer Gütermenge ausgedrückter Wert des Geldes: Die Kaufkraft zeigt, wie viele Güter für einen bestimmten Geldbetrag gekauft werden können. Wenn das Preisniveau steigt (Inflation), vermindert sich die Kaufkraft. Sinkt das Preisniveau (Deflation), steigt sie an.

In Deutschland besteht die Kontonummer grundsätzlich aus zehn Ziffern. Sofern diese kürzer ist, stehen gedacht entsprechend viele Nullen davor. Jede natürliche und juristische Person kann bei einem Kreditinstitut ein oder mehrere Bankkonten haben. Jedes Konto hat eine eigene Kontonummer. Durch die Vergabe dieser Kontonummer kann zusammen mit der Bankleitzahl der Zahlungsverkehr einfach, schnell und effizient abgewickelt werden.

Bei einem Kredit (auch Darlehen) wird auf eine begrenzte Zeit Geld gegen Zahlung eines Zinses verliehen. In einem Vertrag wird festgehalten, welchen Betrag der Kreditgeber dem Kreditnehmer zur Verfügung stellt, und alle weiteren Bedingungen der Kreditgewährung definiert. Der Kreditnehmer verpflichtet sich, den Betrag zuzüglich der vereinbarten Zinsen zurückzuzahlen.

Bankkarte zur Zahlung von Waren und Dienstleistungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, wobei der Betrag in der Regel durch das Kreditinstitut vorfinanziert wird (Ausnahme: Kreditkarte mit vorausbezahltem Guthaben für Jugendliche). Der Kunde wird also erst zu einem späteren Zeitpunkt auf seinem Girokonto belastet. Gängige Anbieter sind die internationalen Kartenorganisationen MasterCard und Visa.

Preis oder prozentualer Wert des Nominalbetrags eines Wertpapiers oder einer Devise, der sich gemäß Angebot und Nachfrage an der Börse bildet.

L

Mit der Lastschrift kann ein Zahlungsempfänger (Gläubiger) Gelder vom Konto eines Zahlungspflichtigen (Zahlers) einziehen. Insbesondere bei regelmäßigen Zahlungen wie Telefonrechnung, Zeitungsabonnement oder Miete ist das Lastschriftverfahren praktisch.

Der Einzug einer Forderung im Lastschriftverfahren setzt die Einwilligung des Zahlungspflichtigen (Zahler) mittels Lastschriftmandat voraus.

Dementsprechend gibt es heute folgende Lastschriftverfahren:

Leitzinsen sind festgelegte Zinssätze, zu denen sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank (Notenbank) Liquidität beschaffen können. Dabei leihen sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank einen bestimmten Geldbetrag. Für das bezogene Notenbankgeld müssen die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Sicherheiten hinterlegen. Bei diesen Sicherheiten handelt es sich in der Regel um Wertpapiere, die von der Notenbank je nach ihrem Ausfallrisiko mit Wertabschlägen versehen werden.

Leitzinsen sind ein zentrales, klassisches Instrument der Geldpolitik der Notenbanken, um für Stabilität des Preisniveaus und des Geldwerts zu sorgen. Leitzinsänderungen wirken sich dabei auf die Zinsverhältnisse am Geldmarkt aus. Über den Leitzins beeinflussen Notenbanken somit auch die Konjunktur einer Volkswirtschaft.

Senkt die Europäische Zentralbank (EZB) beispielsweise die Leitzinsen, geht in der Regel auch das allgemeine Zinsniveau zurück. Investitionen werden durch niedrigere Kreditzinsen begünstigt, Geld dagegen im Zuge niedriger Einlagenzinsen lieber ausgegeben als gespart. Dadurch steigt die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und die Konjunktur gewinnt an Fahrt. In dieser Gemengelage können sich auch die Verbraucherpreise dynamischer entwickeln.

Hebt die EZB die Leitzinsen hingegen an, sorgt sie für eine Verteuerung des Geldes. Die Geldmenge wird knapper. Die Spartätigkeit von Bürgern, Staaten und Unternehmen wird durch höhere Einlagenzinsen motiviert, während das Zinsniveau für Kredite steigen kann und Investitionen sinken. Die Konjunktur und mit ihr die Preisdynamik werden gedämpft. Damit kann diese geldpolitische Maßnahme auch einer drohenden Inflation entgegenwirken.

Eigenschaft eines Vermögenswerts, rasch in flüssige Mittel, zum Beispiel Bargeld, umgewandelt werden zu können.

M

Im Maastricht-Vertrag von 1992 wurden von den EU-Mitgliedsstaaten Kriterien für den Beitritt eines Landes zur Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und zur Einführung des Euro festgelegt. Diese Anforderungen heißen EU-Konvergenzkriterien, bekannt auch als Maastricht-Kriterien. Sie sind im Vertag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV oder AEU-Vertrag) festgehalten. Diese sind:

  • stabiles Preisniveau: Die Inflationsrate darf maximal um 1,5 Prozentpunkte höher als die durchschnittliche Inflationsrate der drei preisstabilsten Mitgliedsstaaten des Vorjahres sein.

  • stabile Wechselkurse: Das Land, welches der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) beitreten möchte, muss mindestens zwei Jahre am sogenannten Wechselkursmechanismus II teilgenommen haben. Hierbei darf die Währung nicht nur in einer bestimmten Wechselkursbreite (meist nicht mehr als 15 Prozent) vom Eurokurs abweichen ¯ sie darf auch nicht von sich aus abgewertet werden. Bei größeren Abweichungen muss die Zentralbank des betreffenden Landes geld- und fiskalpolitische Maßnahmen ergreifen.

  • stabile langfristige Zinssätze: Der Nominalzins der langfristigen Staatsschuldverschreibungen oder vergleichbaren Wertpapieren darf maximal zwei Prozentpunkte höher als der durchschnittliche Zinssatz der drei preisstabilsten Länder des Vorjahres sein.

  • Obergrenzen für das öffentliche Defizit und den öffentlichen Schuldenstand: Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit darf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten und der Schuldenstand darf maximal 60 Prozent des BIP ausmachen.

Die Erfüllung der Konvergenzkriterien wird anhand von Berichten der Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) überprüft. Alle vier Konvergenzkriterien müssen nur beim Eintritt in die dritte Phase der WWU erfüllt werden. Um Stabilität und Wachstum jedoch zu garantieren, gelten für die EU-Mitgliedsländer die Kriterien „öffentliches Defizit“ und „öffentlicher Schuldenstand“ auch über den Euro-Eintritt hinaus. Diese sind im sogenannten „Stabilitäts- und Wachstumspakt“ festgelegt und schreiben in wirtschaftlich normalen Zeiten vor, dass deren Mitglieder einen annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt vorweisen müssen. Dies bedeutet:

  • eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent des BIP,

  • eine Staatsverschuldung von unter 60 Prozent des BIP.

Vor allem in wirtschaftlich turbulenten Zeiten soll dies helfen, den Spielraum zur Stabilisierung der Wirtschaft durch Erhöhung der Staatsausgaben sicherzustellen.

Das magische Dreieck bezeichnet die bei einer Geldanlage miteinander konkurrierenden Ziele Rentabilität, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit). Die drei Ziele werden durch die Eckpunkte des Dreiecks dargestellt.

Dabei beschreibt die Rentabilität die Höhe des Wertzuwachses, der Rendite, die mit der Kapitalanlage erzielt werden kann. Die Liquidität (Verfügbarkeit) einer Geldanlage definiert, ob und wie schnell ein bestimmter investierter Geldbetrag wieder verfügbar ist, also zum Beispiel in Bargeld umgewandelt werden kann. Die Sicherheit beschreibt, wie hoch das Risiko bei einer Geldanlage ist, Kapital zu verlieren. Dabei kann „sicher“ bedeuten, dass der Wert einer Geldanlage keinen Kursschwankungen unterliegt, da der angelegte Betrag am Ende der Laufzeit in voller Höhe wieder zurückfließt oder dass aufgrund fester Zinssätze Planungssicherheit besteht.

Da es keine Anlageform gibt, die alle drei Kriterien gleichzeitig in jeweils maximaler Ausprägung erfüllt, spricht man auch vom magischen Dreieck. Denn die Zunahme einer Eigenschaft ist in der Regel mit der Abnahme einer anderen Eigenschaft verbunden. So besteht beispielsweise zwischen Sicherheit und Rentabilität ein Zielkonflikt. Höhere Renditen sind meist auch mit höheren Risiken verbunden - und umgekehrt. Auch die Kriterien Rentabilität und Liquidität stehen sich bei vielen Geldanlagen gegenüber. Geldanlagen mit einer höheren Rendite sind meist langfristig gebunden und damit weniger liquide. Meist geht die Chance auf eine hohe Rendite mit einer geringeren Sicherheit und/oder einer geringeren Liquidität einher.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „mercatura“ ab, was übersetzt so viel wie „Handel“ bedeutet. Ein Markt ist der reale oder virtuelle Ort, an dem sich Angebot und Nachfrage zum Zweck des Tausches von Gütern gegen Geld oder Güter gegen Güter treffen und so Preise gebildet werden. Ist das Angebot an einem Gut größer als die Nachfrage, so wird dies als Käufermarkt bezeichnet. Ist dagegen das Angebot kleiner als die Nachfrage, handelt es sich um einen Verkäufermarkt. Ein Markt erfüllt folgende zentrale Funktionen:

  • Preisbildungsfunktion,
  • Versorgungsfunktion,
  • Koordinationsfunktion,
  • Verteilungsfunktion.

Damit ein Markt entstehen kann, sind unter anderem Anbieter und Nachfrager sowie die Tauschgüter und Tauschmittel wie zum Beispiel Geld oder ein anderes Gut nötig. Wirtschaftstheoretisch können Märkte unterschiedlich eingeteilt werden:

  • nach Markttypen in vollkommene und unvollkommene Märkte.
  • nach Marktformen in beispielsweise Monopol, Oligopol oder Polypol.
  • nach Marktzugang in Märkte mit unbeschränktem oder beschränktem Zugang sowie geschlossene Märkte.
  • nach dem Tauschgegenstand, der auf dem betreffenden Markt gehandelt wird, in Gütermarkt und Faktormarkt.

Die Mindestreserve verpflichtet die Banken, ein bestimmtes Mindestguthaben in der Zentralbank zu halten. Die Höhe der Mindestreserve ergibt sich durch die Anwendung des Mindestreservesatzes (2 Prozent im Eurosystem) auf Kundeneinlagen der Banken.

Die Mitgliedschaft ist das Fundament der genossenschaftlichen Unternehmensverfassung. Folgende Elemente bilden die drei Dimensionen der Mitgliedschaft: Miteigentümer, Kapitalgeber und Gewinnbeteiligte. Als Miteigentümer sind die Mitglieder Kapitalgeber und gleichzeitig Gewinnbeteiligte. Jedes Mitglied hat unabhängig von der Höhe seiner Kapitalbeteiligung eine Stimme in den Genossenschaftsversammlungen. Als Kunden steht ihnen das Produkt- und Leistungsspektrum ihrer Bank zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der circa 30 Millionen Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken sind auch Mitglied ihrer Bank.

(siehe auch Genossenschaftsbank)

Ein Monopol bezeichnet eine Marktform, in der für ein ökonomisches Gut nur ein Anbieter oder ein Nachfrager existiert. Der Monopolist ist als Alleinanbieter konkurrenzlos und damit in der Lage, entweder die Absatzmenge festzulegen oder die Preise zu bestimmen. Es gibt verschiedene Arten von Monopolen:

  • Angebotsmonopol: ein Anbieter steht vielen Nachfragern gegenüber,
  • beschränktes Monopol: ein Anbieter steht wenigen Nachfragern gegenüber,
  • bilaterales Monopol: ein Anbieter steht einem Nachfrager gegenüber,
  • Monopson: ein Nachfrager steht vielen Anbietern gegenüber.

Weitere Marktformen sind das Oligopol und das Polypol.

Mit dem Münzregal ist das hoheitliche Recht, Münzen zu prägen und zu gestalten gemeint. Das Münzregal für die Euro-Münzen liegt bei den jeweiligen Finanzministerien der Euro-Staaten. In Deutschland hat deshalb der Bund, vertreten durch das Bundesministerium der Finanzen, das alleinige Recht, Münzen auszugeben. Jedoch ist die Ausgabe von der Europäischen Zentralbank (EZB) zu genehmigen. In Umlauf gebracht werden die Euro-Münzen in Deutschland – ebenso wie die Euro-Banknoten – von der Deutschen Bundesbank. Sind die Materialkosten und Kosten für die Herstellung der Münzen (Stoffwert) geringer als ihr Nennwert, dann entsteht ein Münzgewinn, der in den Bundeshaushalt eingeht.

N

Bezeichnung für die Absicht, etwas zu erwerben. Die Nachfrage wird von Kriterien wie der Bedürfnisstruktur, dem Nutzen, dem Einkommen des Haushalts oder den Güterpreisen beeinflusst. Bei steigenden Preisen fällt normalerweise die Nachfrage. Sinkt das Einkommen, sinkt im Allgemeinen auch die Nachfrage.

Zeigt, welchen nominellen Wert ein Zahlungsmittel oder Wertpapier hat. Beispiel: Ein Unternehmen gibt eine Aktie im Nennwert von 50 Euro aus. Diese hat an der Börse am Tag X einen Kurswert von 60 Euro.

Unter einer Neuemission versteht man das erstmalige Angebot an Interessenten zum Kauf.

NFC ist die Abkürzung für „Near Field Communication“, einem international anerkannten Standard zum kontaktlosen Austausch von Daten, der im Bereich des bargeldlosen kontaktlosen Bezahlens mit der Bankkarte oder dem Smartphone zunehmend Anwendung findet. Die Datenübertragung erfolgt dabei draht- und berührungslos. Aktuell gibt es zwei zentrale Entwicklungen:

Kontaktloses Bezahlen mit der girocard:

Hier wird die mit der Kontaktlosfunktion ausgestattete girocard im Abstand von wenigen Zentimetern an das Bezahlterminal an der Kasse gehalten. Die Karte muss also nicht mehr ins Gerät gesteckt werden. Je nach Art des Bezahlterminales zeigt dann ein akustisches oder optisches Signal, dass alle Daten vollständig erfasst sind und die Transaktion autorisiert wurde. Zahlungen bis 25 Euro erfordern keine Eingabe der PIN. Hier dauert der Bezahlvorgang weniger als eine Sekunde. Neben der girocard ermöglichen auch Kreditkarten immer häufiger das kontaktlose Bezahlen.

Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone:

Hier wird die girocard sicher beispielsweise auf der SIM-Karte des Smartphones hinterlegt. Für die Anwendung lädt der Nutzer die so genannte girocard mobile über seine Banking-App auf sein Smartphone. Der Bezahlvorgang am Terminal erfolgt genau wie bei der girocard kontaktlos, indem man sein Smartphone vor das Bezahlterminal hält. Das kontaktlose Bezahlen mit der girocard mobile ist derzeit noch im Stadium der Erprobung (Pilottest in Kassel).

Die Abrechnung aller kontaktlosen Transaktionen erfolgt wie gewohnt über das eigene Girokonto. Mit der NFC-fähigen girocard werden immer mehr Kunden in Deutschland von ihrer Bank oder Sparkasse ausgestattet; Anfang Januar 2017 besaßen bereits rund 14 Millionen Kunden eine solche Karte, bis zum Ende des Jahres 2017 werden es voraussichtlich schon über 35 Millionen Karten sein. Das kontaktlose Bezahlen mit der girocard per Smartphone wird derzeit noch erprobt (Pilottest in Kassel). Wichtig bei allen Neuerungen des bargeldlosen Bezahlens ist der Deutschen Kreditwirtschaft das bewährt hohe Niveau an Sicherheit und Datenschutz.

O

Als Oligopol bezeichnet man eine Marktform, bei der viele Nachfrager nach einem Gut auf wenige Anbieter für das betreffende Gut treffen (Angebotsoligopol). Weitere Arten eines Oligopols sind:
 

  • Oligopson – wenige Nachfrager stehen vielen Anbietern gegenüber,
     
  • bilaterales oder zweiseitiges Oligopol – wenige Anbieter stehen wenigen Nachfragern gegenüber,
     
  • Dyopol oder Duopol – ist ein Oligopol mit mehreren Nachfragern, aber genau zwei Anbietern.
     

Bei der Marktform des Oligopols haben wenige Anbieter die Marktmacht inne. Diese müssen zur Festlegung ihrer Preise, Produktionsmengen und Güterqualitäten sowohl die Reaktion der Nachfrager als auch die Reaktion ihrer Konkurrenten berücksichtigen. Weitere Marktformen sind das Monopol und das Polypol.

Auftrag zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge von Handelsobjekten am Kassa- oder Terminmarkt. Die Order erteilt der Investor bei einer Bank oder einem Finanzdienstleister.

P

„per annum“ ist die lateinische Bezeichnung für den Ausdruck „pro Jahr“. Meist wird dafür auch die Abkürzung „p. a.“ benutzt. Die Höhe der Zinssätze von Geldanlagen und Krediten wird meist „per annum“ angegeben, um exakt anzuzeigen, für welchen Zeitraum der aufgeführte Zinssatz gilt. So sind verschiedene Zinssätze auch leichter vergleichbar.

In einen Performance-Index gehen die Dividendenzahlungen der in ihm enthaltenen Unternehmen ein. Damit gibt dieser Auskunft über die vollständige Wertentwicklung eines Portfolios. Ein Beispiel für einen Performance-Index ist der DAX.

Persönliche Identifikationsnummer: Durch ihre Eingabe autorisiert der Kunde bei einem System wie electronic cash/girocard seine Zahlung.

Das Polypol ist eine Marktform, die sich durch viele Anbieter und viele Nachfrager auszeichnet. Es wird auch als Modell der vollständigen Konkurrenz bezeichnet, bei der es keinerlei Kooperationen oder Zusammenschlüsse der einzelnen Marktteilnehmer gibt, sodass diese auch über keine bedeutsame Marktmacht verfügen. Im Gegensatz zum Monopol und Oligopol werden die Preise auf einem polypolistischen Markt nicht von einem einzelnen oder von einigen wenigen Marktteilnehmern einseitig festgelegt, sondern durch das freie Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Meint im Finanzwesen "Gesamtheit eines Vermögens".

Tausch- oder Gegenwert für Waren, Dienstleistungen oder Wirtschaftsgüter - in Geldeinheiten ausgedrückt.

Das Preisniveau ist der Durchschnitt aller Preise für Waren und Dienstleistungen. Ein deutlicher, anhaltendender und breit angelegter Anstieg des allgemeinen Preisniveaus ist eine Inflation. Hier sinkt der Wert, die Kaufkraft des Geldes, da man für eine Geldeinheit weniger Waren oder Dienstleistungen erhält als zuvor.

Ein Rückgang des Preisniveaus wird als Deflation bezeichnet. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass das Preisniveau eines breiten Bündels von Waren und Dienstleistungen langfristig und deutlich sinkt. Damit steigt gleichzeitig die Kaufkraft des Geldes.

Für ein stabiles Preisniveau im Euroraum zu sorgen, ist die vorrangige Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB). Als Indikator dient ihr dabei unter anderem der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI). Ein stabiles Preisniveau ist aus Sicht der EZB dann erreicht, wenn die jährliche Teuerungsrate leicht unter zwei Prozent bleibt. Die EZB kann aber nur indirekt auf das Preisniveau Einfluss nehmen. So zum Beispiel über die Festlegung der Zinssätze, zu denen sich Banken bei ihr Geld leihen oder anlegen (Leitzins).

Q
R

Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist einer der Gründerväter der Genossenschaftsbanken. Er wurde am 30. März 1818 in Hamm im Westerwald geboren.

Nach einer Ingenieurausbildung in der preußischen Armee wurde der junge Raiffeisen ab 1845 Bürgermeister verschiedener Gemeinden im Westerwald. Im Jahr 1846 gründete er in Weyerbusch den "Verein für Selbstbeschaffung von Brod und Früchten". In einem von ihm errichteten Backhaus wurde Brot gebacken und an die Bedürftigen verteilt.

1862 entstand in Anhausen die erste nicht karitative, auf Selbsthilfe beruhende landwirtschaftliche Genossenschaft mit Kreditgeschäft. Für den Geldausgleich der kleinen Dorfkassen gründete Raiffeisen erste Zentralkassen. 1877 schuf er den ersten Spitzenverband für die ländlichen Genossenschaften.

Kreditgenossenschaften (Spar- und Darlehensvereine), deren Anfänge auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurückgehen und die einen ländlichen Ursprung haben. Sie sind seit 1972 mit den Volksbanken in einem gemeinsamen Spitzenverband - dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) - organisiert. Raiffeisenbanken sind heute genauso wie die Volksbanken Universalbanken.

Wer für größere Anschaffungen Geld braucht, kann von der Bank einen Ratenkredit erhalten. Hier werden eine bestimmte Kreditsumme, ein fester Zinssatz und eine monatliche Rückzahlungsrate vereinbart. Ein Ratenkredit läuft in der Regel über maximal 84 Monate.

Wer ein Grundstück, eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte, kann einen Realkredit (Immobilienkredit) bekommen. Ein bestimmtes Eigenkapital muss vorhanden sein; den übrigen Teil der Kaufsumme finanziert die Bank durch Vergabe des Realkredits. Als Sicherheit dient die gekaufte Immobilie. Realkredite können über lange Zeiträume, zum Teil Jahrzehnte, zurückgezahlt werden.

Tatsächlicher Jahresertrag (Laufzeitjahr) einer Kapitalanlage - in Prozent des eingesetzten Kapitals ausgedrückt.

Schuldverschreibungen, die das Recht auf Rückzahlung des Nennwerts zuzüglich einer Verzinsung verbriefen. Renten, auch Anleihen genannt, werden von der öffentlichen Hand, von Kreditinstituten oder Unternehmen ausgegeben und über Banken verkauft. Sie dienen dem Emittenten zur langfristigen Finanzierung durch Fremdkapital.

Investmentfonds, die unterschiedliche verzinsliche Wertpapiere enthalten. Im Regelfall ohne feste Laufzeit, sind diese jedoch auch mit zeitlich begrenzter Laufzeit zu erwerben.

Preis, zu dem Investmentfondsanteile zurückgenommen werden.

S

ist ein Begriff aus der Buchhaltung, der im Alltag in wirtschaftlichen Zusammenhängen eine wichtige Rolle spielt. Er taucht unter anderem auf Kontoauszügen, Rechnungen oder Einnahmen-Ausgaben-Plänen auf. Der Saldo beispielsweise auf einem Kontoauszug ist die Differenz zwischen den Einnahmen, also den Gutschriften (Haben-Buchung) und den Ausgaben, also Belastungen (Soll-Buchung) eines Kontos. Der Saldo ist immer dann wichtig, wenn es darum geht, den Überblick über das Geld zu erhalten, das sich bei Gegenrechnung von Einnahmen und Ausgaben ergibt.

Wenn die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, liegt der Saldo im Plus (Haben). Übersteigen aber die Ausgaben die Einnahmen, bewegt sich der Saldo im Minus (Soll), das möglichst schnell ausgeglichen werden sollte. Um den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten und damit eine eventuelle Überschuldung zu vermeiden, empfiehlt sich das Führen eines Einnahmen-Ausgaben-Plans, der zu jeder Zeit erlaubt, den Saldo zu errechnen.

Bei einem Jugendgirokonto kann man übrigens nicht ins Minus geraten; ein Überziehen des auf Guthabenbasis geführten Kontos ist nicht möglich.

Der Scheck ist ein Instrument des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Er ist eine Urkunde und muss gemäß Scheckgesetz mindestens folgende Bestandteile enthalten:
1) die Bezeichnung "Scheck" im Text der Urkunde
2) die Anweisung, einen bestimmten Betrag in einer genannten Währung zu zahlen
3) den Namen des bezogenen Kreditinstituts
4) die Angabe des Ausstellungstags
5) die Unterschrift des Ausstellers

Rein rechtlich betrachtet ist der Scheck ein Wertpapier, das an eine bestimmte Form gebunden ist. In Deutschland werden Schecks in der Regel im Format C6 genutzt.

Der Scheck kann beispielsweise zur Begleichung einer Forderung genutzt werden. Der Aussteller übergibt den Scheck an den Empfänger und weist damit gleichzeitig seine Bank an, dem Überbringer des Schecks den auf der Urkunde genannten Betrag auszuzahlen. Zahlt die Bank den Betrag aus, dann belastet sie das Konto des Ausstellers. Die Bedeutung des Schecks hat in der Vergangenheit abgenommen.

Dabei handelt es sich um Einrichtungen, die für Menschen mit Schulden oder in einer Situation der Überschuldung Rat und Hilfe anbieten. Dabei kann es sich um eine rechtliche, finanzielle oder psycho-soziale Unterstützung handeln. Die Schuldnerberatung ist ein Gebiet der sozialen Arbeit. Sie wird von Kommunen, Wohlfahrtsorganisationen und privaten Organisationen angeboten.
Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung gibt es bundesweit rund 1.100 Schuldnerbratungsstellen und ungefähr 1.700 Berater und Beraterinnen. Diese können dabei auf Schuldnerberatung spezialisiert sein oder auch andere Beratungen anbieten.

Hermann Schulze-Delitzsch wurde am 29. August 1808 im damals preußischen Delitzsch geboren. Schulze-Delitzsch war Jurist und gehörte zu den Gründervätern der Genossenschaftsbanken.

Als Politiker zählte er zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Liberalismus. Zunächst gründete er karitative und pädagogische Vereine zur Förderung des kleinstädtischen Lebens. Schulze-Delitzsch wirkte bei der Gründung der ersten Rohstoff-Assoziation für Tischler mit.

Ab 1850 entwickelte er ein Prinzip zur Gründung von gewerblichen Kreditgenossenschaften, woraus sich die späteren Volksbanken entwickelten. 1859 entstand unter seiner Leitung der erste deutsche Bankenverband, der später alle gewerblichen Genossenschaften umfasste. Schulze-Delitzsch formulierte das preußische Genossenschaftsgesetz, auf dessen Grundlage alle internationalen Genossenschaftsgesetze basieren.

SEPA ist der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum. Mit SEPA wird eine einheitliche europäische Zahlungslandschaft für Euro-Zahlungen entstehen.

SEPA ist Teil der Umsetzung des EU-Binnenmarkts als Folge der Einführung des Euro und umfasst aktuell 34 Länder. Neben den derzeit 18 Euro-Staaten sind alle weiteren EU-Mitgliedstaaten beteiligt. Auch die drei Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) Island, Liechtenstein und Norwegen sowie zusätzlich Monaco, San Marino und die Schweiz sind beteiligt.

Die neuen SEPA-Zahlungsverkehrsstandards werden seit 2008 schrittweise eingeführt. Zu den neuen SEPA-Verfahren gehören das SEPA-Überweisungsverfahren sowie die beiden europäischen Lastschriftverfahren SEPA-Basis-Lastschrift (vergleichbar mit der Einzugsermächtigungslastschrift) und die SEPA-Firmen-Lastschrift (vergleichbar mit der Abbuchungsauftragslastschrift). Damit einher geht die Nutzung der internationalen Bankleitzahl (BIC) und der internationalen Kontonummer (IBAN).

Das SEPA-Basis-Lastschriftverfahren (SEPA Direct Debit Core) ist das seit November 2009 eingeführte europaweit einheitliche Standard-Lastschriftverfahren für alle Kundengruppen.

Es ähnelt im Wesentlichen dem vormaligen zum Februar 2014 abgelösten, deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren. Es basiert auf der Nutzung der Kundenkennungen IBAN und BIC statt der Kontonummer und Bankleitzahl. Genutzt wird es ebenso zum Beispiel für die Bezahlung regelmäßigen Geldbeträgen für die Telefon-, Strom- oder Gasrechnung innerhalb des gesamten EU-Binnenmarkts.

Das Lastschriftmandat ist das „SEPA-Lastschriftmandat“. Der Zahler erteilt dem Zahlungsempfänger eine Weisung mittels Lastschriftmandat (SEPA-Lastschriftmandat), von seinem Girokonto Zahlungen (Geldbeträge) mittels Lastschrift einzuziehen. Diese besteht aus einer rechtlichen „Doppelweisung“, die die Ermächtigung des Zahlungsempfängers zum Lastschrifteinzug sowie die Weisung an die Bank des Zahlers enthält. Wenn der Zahlungspflichtige mit dem Lastschrifteinzug nicht einverstanden ist, kann er innerhalb einer Frist von acht Wochen ab der Belastungsbuchung des Girokontos ohne Angabe von Gründen widersprechen. Den Betrag erhält er dann wieder auf seinem Girokonto gutgeschrieben.

Das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren (SEPA Direct Debit B2B) ist das seit November 2009 eingeführte europaweite Lastschriftverfahren im Firmenkundenbereich, als ergänzendes und optionales Zahlverfahren. Es können nur Firmenkunden und Gewerbetreibende nutzen.

Es ähnelt im Wesentlichen dem vormaligen zum bis Februar 2014 abgelösten, deutschen Abbuchungsauftragslastschriftverfahren. Es basiert auf der Nutzung der Kundenkennungen IBAN und Kontonummer und Bankleitzahl. Genutzt wird es für Zahlungen im Firmenbereich, zum Beispiel bei Tankstellenketten, um die Rechnung einer Lieferung der Raffinerie zu bezahlen. Es handelt sich im Allgemeinen um höhere Geldbeträge.

Das Lastschriftmandat ist das "SEPA-Firmenlastschrift-Mandat". Der Zahler erteilt dem Zahlungsempfänger eine Weisung mittels Lastschriftmandat (SEPA-Firmenlastschrift-Mandat), von seinem Girokonto Zahlungen (Geldbeträge) mittels Lastschrift einzuziehen. Diese besteht aus einer rechtlichen „Doppelweisung“, die die Ermächtigung des Zahlungsempfängers zum Lastschrifteinzug sowie die Weisung an die Bank des Zahlers enthält. Die Bank des Zahlers muss dabei bei jeder Lastschrift die Vorlage eines solchen SEPA-Firmenlastschrift-Mandats überprüfen. Eine Lastschrift mit diesem Verfahren wird nur im Firmenkundengeschäft verwendet, da eine Rückgabe der Buchung (Widerspruch) nicht möglich ist, solange das SEPA-Firmenlastschrift-Mandat existiert.

Die Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) schützt die Einlagen der Kunden bei den ihr angeschlossenen Banken. Unter den Schutz fallen auch die von Mitgliedsbanken ausgegebenen Inhaberschuldverschreibungen. Der Schutz gilt in vollem Umfang. Damit geht die genossenschaftliche FinanzGruppe bei der Einlagensicherung über den gesetzlich erforderlichen Mindestschutz der europaweit vorgegebenen 100.000 Euro pro Bank und Kunde hinaus. Dies ist möglich, weil die BVR-Sicherungseinrichtung seit über acht Jahrzehnten den so genannten Institutsschutz erfolgreich praktiziert, der der Einlagensicherung vorgeschaltet ist.

ausländisches Bargeld (Banknoten und Münzen)

Der Kurs (Ankauf und Verkauf), den die Banken für Sorten berechnen.

Als kleines Buch gebundene Urkunde über eine Spareinlage, die Kreditinstitute auf den Namen des jeweiligen Kontoinhabers ausstellen. Darin werden alle Einzahlungen, Auszahlungen oder Zinsgutschriften, die auf dem zugehörigen Sparkonto verbucht wurden, eingetragen und quittiert.

Heute werden Sparbücher häufig als Loseblatt-Urkunden, also in Form von Sparkontoauszügen, ausgegeben.

Weitere Erläuterungen siehe unter Spareinlage.

Die Spareinlage ist eine traditionelle und beliebte Form der Geldanlage zur Vermögensbildung, die sich vor allem durch eine hohe Sicherheit auszeichnet. Die Spareinlage wird auf einem Sparkonto verbucht. Auf ein Sparkonto sind jederzeit Einzahlungen unterschiedlicher Höhe möglich. Abhebungen sind bis zu einem Betrag von üblicherweise monatlich 2.000 Euro gestattet. Beträge, die diese Summe übersteigen, bedürfen mindestens drei Monate vor der beabsichtigten Verfügung einer an die Bank gerichteten Kündigung.

Legt man Geld auf einem Sparkonto an, bezeichnet man dies auch als „Einlage“. Die Einlagen auf dem Sparkonto werden meist verzinst. Der Zinsertrag dieser sicheren und relativ schnell verfügbaren Anlageform liegt in der Regel unter den Erträgen risikobehafteter Anlagen (vergleiche magisches Dreieck der Vermögensanlage). Der Zinssatz schwankt nur leicht entsprechend dem allgemeinen Zinsniveau. Das Sparkonto gehört zu den kursneutralen und daher sicheren Anlageformen, das heißt, der Wert der Einlage schwankt nicht aufgrund von Entwicklungen an der Börse.

Bei der Eröffnung eines Sparkontos erhält der Anleger eine Sparurkunde – entweder als gebundenes Sparbuch oder sonstige Urkunde (zum Beispiel Loseblatt-Sparurkunde). Zur Loseblatt-Sparurkunde erhält man für die Ein- und Auszahlungen eine Sparkarte. Damit sind Geldabhebungen vom Sparkonto nicht nur in der Filiale, sondern auch an Geldautomaten möglich. Wurde über die Spareinlage ein Sparbuch ausgestellt, ist für die Auszahlung die Vorlage des Sparbuches notwendig. Auszahlungen von Sparkonten, zu denen eine Loseblatt-Sparurkunde ausgestellt wurde, erfordern zum Teil die Vorlage der Sparkarte. Den Überblick über die Ein- und Auszahlungen und deren Saldo auf dem Sparkonto bieten sowohl das gebundene Sparbuch als auch die Sparkontoauszüge. Während das Sparbuch bei jeder Kontobewegung aktualisiert wird, erhält man bei Loseblatt-Sparurkunden auf Anforderung jeweils einen neuen Sparkontoauszug.

Mit Sparerpauschbetrag ist die im Einkommenssteuerrecht geltende Höchstgrenze gemeint, bis zu der Sparer Erträge aus Kapitalvermögen steuerfrei vereinnahmen dürfen. Jedem Anleger steht ein Sparerpauschbetrag von 801 Euro zu. Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, steht ein gemeinsamer Sparerpauschbetrag von 1.602 Euro zu. Zur Berücksichtigung im Kapitalertragsteuerverfahren ist die Erteilung eines Freistellungsauftrags gegenüber der Bank erforderlich.

Auf einem Sparkonto wird die Spareinlage verbucht. Siehe daher mehr unter Spareinlage.

Sparmotive sind die Beweggründe eines Menschen, Geld oder andere freie Mittel zu sparen.

Die wichtigsten Sparmotive sind:

Zwecksparen für Konsumwünsche, um zu einem späteren Zeitpunkt größeren Anschaffungen zu tätigen: So setzen beispielsweise der Kauf eines Autos oder die Anschaffung von Wohneigentum einen Grundstock an Eigenkapital voraus.

Allgemeines Vorsorgesparen, um sich vor Notsituationen zu schützen (Rücklagenbildung): Dies umfasst das Sparen für Notfälle und unvorhergesehene Ereignisse. Solche Situationen können beispielsweise Reparaturen am Auto oder auch der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes sein.

Sparen fürs Alter: Ein weiteres Sparmotiv bildet die Altersvorsorge. Um im Alter den gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können, stellen Maßnahmen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge eine Ergänzung der gesetzlichen Altersvorsorge dar.

Unter einem Sparplan versteht man einen Vertrag, auf welchen regelmäßig, meist monatlich, ein bestimmter Geldbetrag überwiesen beziehungsweise eingezahlt wird, um somit kontinuierlich ein individuelles Geldvermögen aufzubauen.

Wie viel Geld regelmäßig angespart werden soll und wie lange der Vertrag laufen soll, kann man in der Regel selbst festlegen. Sparpläne existieren in verschiedenen Formen: insbesondere als Banksparplan oder Investmentfondssparplan. Wer frühzeitig mit dem Sparen beginnt und regelmäßig spart, profitiert beim Banksparplan besonders vom Zinseszinseffekt. Darunter versteht man die immer wieder neue, meist jährliche, Verzinsung der bereits in Vorjahren gutgeschriebenen Zinsen auf das Sparkapital, was den Vermögensaufbau beschleunigt. Beim Investmentfondssparplan werden regelmäßig Fondsanteile erworben und in einem Wertpapierdepot bei der Fondsgesellschaft hinterlegt. Dabei können die Fonds und ihre Gewichtung am Anlagevolumen unterschiedlich gewählt werden.

Welche Art des Sparplans für die eigene Vermögensbildung sinnvoller ist, hängt unter anderem vom individuellen Risikoverhalten und den selbst gesteckten Sparzielen ab. Sparpläne eignen sich besonders zur Altersvorsorge; hier gibt es auch staatlich geförderte Formen wie die Riester-Sparverträge.

Steuern sind Geldleistungen, die der Staat (Bund, Länder und Gemeinden) zur Erzielung von Einnahmen allen Bürgern oder Unternehmen auferlegt, die die vom jeweiligen Steuergesetz genannten Voraussetzungen erfüllen. Erzielt zum Beispiel jemand als Arbeitnehmer Einnahmen aus dieser Beschäftigung, sind diese lohnsteuerpflichtig. Mit den Steuereinnahmen soll der allgemeine staatliche Finanzbedarf für das Gemeinwohl (zum Beispiel Schul- und Hochschulbildung, soziale Sicherung, Wohnungsbau, Wasser- und Energieversorgung, Kultur- oder Wirtschaftsförderung) gedeckt werden.

Daher besteht bei Steuern im Gegensatz zu Beiträgen und Gebühren kein Anspruch des Zahlenden auf eine individuelle Gegenleistung. Auch sind Steuern nicht aufgabenbezogen oder zweckgebunden.

In der Bundesrepublik Deutschland wird das Steueraufkommen nach komplizierten Regeln zwischen Bund, Ländern und Gemeinden verteilt. Dies trifft zum Beispiel auf die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer zu. Bestimmte Steuern, wie die Mineralölsteuer oder die Tabaksteuer, stehen daneben allein dem Bund zu. Andere Steuern wie die Biersteuer oder Erbschaftsteuer gehen direkt an das jeweilige Bundesland. Wiederum andere Steuern wie die Grundsteuer und die Gewerbesteuer stehen ausschließlich den Gemeinden zu.

Insgesamt können Steuern nach verschiedenen Merkmalen untergliedert werden:

1. Nach Ertragskompetenz

  • Bundessteuern (zum Beispiel Zölle, alle Verbrauchssteuern außer die Biersteuer, Versicherungsteuer)
  • Ländersteuern (zum Beispiel Erbschaftsteuer, Biersteuer, Grunderwerbsteuer)
  • Gemeinschaftssteuern (zum Beispiel Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer)
  • Gemeindesteuern (zum Beispiel Hundesteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer)
  • Kirchensteuern

2. Besitz- und Verkehrssteuern

  • Besitzsteuern von Einkommen (Einkommensteuer inklusive Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer, teilweise Kirchensteuer)
  • Besitzsteuern von Vermögen (Erbschaftsteuer, Grundsteuer, teilweise Kirchensteuer)
  • Verkehrssteuern (Umsatzsteuer ohne Einfuhrumsatzsteuer, Grunderwerbsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Luftverkehrssteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer, Spielbankabgabe, Versicherungsteuer, Feuerschutzsteuer)

3. Zölle und Verbrauchsteuern

  • Zölle für Einfuhr und Ausfuhr
  • Verbrauchssteuern (Alkopopsteuer, Biersteuer, Branntweinsteuer, Energiesteuer, Kaffeesteuer, Kernbrennstoffsteuer, Schaumweinsteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer, Zwischenerzeugnissteuer) und
  • Steuern auf Einfuhren (Einfuhrumsatzsteuer)

Die sicherlich im Alltag am meisten erlebbare Steuer ist die Umsatzsteuer. Sie kommt bei nahezu jedem Einkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung zum Tragen und beträgt in der Regel 19 Prozent des Produktpreises. Bei wichtigen Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Büchern oder Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr beträgt die Steuer reduzierte sieben Prozent.

Ebenfalls sehr bekannt ist die Einkommensteuer. Bürger müssen sie auf ihr steuerpflichtiges Einkommen zahlen, das sich aus einer Reihe verschiedener Einkunftsarten zusammensetzen kann. Es werden gewerbliche oder freiberufliche Einkünfte, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Renteneinkünfte sowie Kapitaleinkünfte (sofern sie nicht der Abgeltungsteuer unterliegen) besteuert. Bei Unternehmen oder anderen Institutionen angestellte Arbeitnehmer zahlen von ihrem Einkommen zunächst die so genannte Lohnsteuer. Diese Steuer wird vom Arbeitgeber automatisch vom Lohn abgezogen und an den Staat weitergeleitet. Sie ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer und wird im Steuerbescheid auf diese angerechnet.

Während die Umsatzsteuer mit einem einheitlichen Steuersatz alle Bürger gleichermaßen belastet, ist beispielsweise die Lohnsteuer so ausgestaltet, dass sie Menschen mit höherem Einkommen wegen des höheren Steuersatzes vergleichsweise stärker belastet als Menschen mit niedrigem Einkommen, das auch mit einem niedrigeren Steuersatz versteuert werden muss.

Die KfW-Förderbank vergibt Studienkredite mit niedrigen Zinssätzen. Der Kredit wird in monatlichen Raten von 100 bis maximal 650 Euro ausgezahlt und ist einkommens- und elternunabhängig. Die Rückzahlung beginnt 6 bis 23 Monate nach Auszahlungsende. Studienkredite können über viele Banken vor Ort beantragt werden.

Nominalwertreihung einer Banknoten- und Münzserie. Die Stückelung der Euro-Banknoten beträgt zum Beispiel 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro.

T

Verzinstes Konto ohne Kündigungsfrist, auf das man täglich zugreifen kann und bei dem der Zinssatz nicht fest vereinbart ist, sondern flexibel angepasst werden kann.

Die Transaktionsnummer (TAN) erfüllt die Funktion eines Passworts und wird normalerweise im Online-Banking benutzt.

Das Geld, das zum Beispiel Eltern ihren Kindern zur freien Verfügung geben. Mit dem Taschengeld können die Kinder und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld, beispielsweise das Ersparen von Geldbeträgen, lernen.

U

Damit wird ein längerfristiger Zustand beschrieben, bei dem nach Abzug der benötigten finanziellen Mittel für den grundlegenden Lebensbedarf der verbleibende Rest nicht ausreicht, um alle Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Die Summe der Ausgaben übersteigt die Summe der Einnahmen. Von einer Überschuldung können Privatpersonen aller Altersgruppen, Unternehmen oder auch Staaten betroffen sein.

Die häufigsten Gründe für eine Überschuldung bei Privatpersonen sind nach dem Institut für Finanzdienstleistungen e.V.:

- Arbeitslosigkeit, reduzierte Arbeit,
- Scheidung/Trennung,
- Konsumverhalten,
- gescheiterte Selbstständigkeit,
- Krankheit.

Für überschuldete Privatpersonen bieten Schuldnerberatungsstellen Unterstützung, um wieder den Weg zurück in ein schuldenfreies Leben zu finden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass bei sich abzeichnenden Zahlungsschwierigkeiten eine schnelle Kontaktaufnahme mit den Gläubigern erfolgt, um gegebenenfalls auf dieser Ebene bereits mögliche Lösungsansätze zu entwickeln.

Eine weitere Einrichtung, die in Überschuldung geratende Personen berät und auch Informationen zum Schutz vor Überschuldung anbietet, ist die Stiftung „Deutschland im Plus“ (www.deutschland-im-plus.de). Verschiedene Initiativen von Genossenschaftsbanken greifen im Rahmen von Finanzbildungsprojekten unter anderem das Thema Überschulungsprävention auf.

Die Überweisung ist eine sehr gebräuchliche Form der bargeldlosen Zahlung. Eine Überweisung ist ein Auftrag des Kontoinhabers (Kunde) an seine Bank. Dieser Auftrag beinhaltet die Verpflichtung der Bank, auf Veranlassung des Kunden von seinem Girokonto eine bestimmte Geldsumme dem Konto eines Dritten gutschreiben zu lassen. Die Überweisung stellt somit die buchmäßige Übertragung einer Geldsumme zwischen zwei Bankkonten dar.

Seit Februar 2014 sind mit der Anwendung einheitlicher Euro-Zahlverfahren in Deutschland und der Europäischen Union – auch SEPA (Single Euro Payments Area) genannt – Überweisungen und Lastschriftverfahren im europäischen Inland und Ausland vereinheitlicht. Überweisungen und Lastschriftverfahren erhalten damit die einheitlichen internationalen Kontoadressen IBAN und BIC. Alle Unternehmen in Europa stellten bis dahin, allerspätestens jedoch bis zum 1. August 2014, ihren Zahlungsverkehr auf die neuen SEPA-Verfahren um. Verbraucher hatten noch etwas länger Zeit; aber auch für sie gelten seit dem 1. Februar 2016 ausschließlich die europäischen SEPA-Bezahlverfahren.

Die Menge der verkauften Produkte oder erbrachten Dienstleistungen multipliziert mit dem Verkaufspreis je Stück oder je Leistung.

Das Universalbankprinzip kennzeichnet das deutsche Bankenwesen. Universalbanken bieten zahlreiche Bankdienstleistungen an und können unter anderem Risiken in den einzelnen Geschäftssparten besser als spezialisierte Institute ausgleichen. Zu den Universalbanken gehören Kreditgenossenschaften, Privatbanken und Sparkassen.

Eine Wirtschaftseinheit, in der Sachgüter hergestellt oder Dienstleistungen bereitgestellt werden.

Zur Beschaffung von Fremdkapital geben Unternehmen so genannte Unternehmensanleihen (Englisch: Corporate Bonds) heraus. Diese Finanzierungsquelle bietet die Möglichkeit, hohe Kapitalbeträge zu langen Laufzeiten aufzunehmen. Das geliehene Kapital ist zurückzuzahlen und zu verzinsen.

V

Kreditgenossenschaften (Vorschussvereine) städtischen / gewerblichen Ursprungs, deren Entstehung eng mit Hermann Schulze-Delitzsch verbunden ist. Volksbanken sind seit 1972 mit den Raiffeisenbanken in einem gemeinsamen Spitzenverband - dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) - organisiert.

W

hoheitlich geordnetes Geldwesen eines Staates oder Gebiets mit allen Regelungen zur Sicherung der Geldwertstabilität

Anleihe, die in einer anderen als der Landeswährung des Emittenten herausgegeben wird.

Gesetzliche Neuordnung des Geldwesens eines Landes oder Einführung einer neuen Währung. Eine Währungsreform führt zu einer Veränderung des Geldwerts.

Bestände der Zentralbank an Gold und Devisen, die zu Devisenmarktinterventionen oder zur Finanzierung von Zahlungsungleichgewichten zum Beispiel mit dem Ausland genutzt werden.

Ein Warenkorb definiert die Zusammenstellung und Menge an Waren und Dienstleistungen, die statistisch den typischen Verbrauch eines privaten Haushalts innerhalb eines bestimmten Zeitraums darstellt. Er wird in Deutschland durch das Statistische Bundesamt erfasst und dient zur Ermittlung des Preisindex.

Der bekannteste Preisindex ist in Deutschland der Verbraucherpreisindex (VPI) und im Euroraum der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI). „Harmonisiert“ bedeutet, dass alle Länder der Europäischen Union dieselbe Methode anwenden. Damit wird sichergestellt, dass die Daten der verschiedenen Länder miteinander verglichen werden können. Daneben gibt es auch Warenkörbe für die Berechnung anderer Preisindizes wie etwa den Erzeugerpreisindex, den Großhandelspreisindex oder den Baupreisindex.

Derzeit sind im Warenkorb des VPI rund 600 Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs (zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung, Kosten für Freizeit, Unterhaltung oder Kultur) oder wiederkehrende Transaktionen (zum Beispiel Mietzahlungen, Strom- und Heizungskosten) in zwölf sogenannten Abteilungen zusammengefasst und entsprechend ihrer Bedeutung für die gesamten Konsumausgaben gewichtet. Der Vergleich der Kosten des aktuellen Warenkorbs für einen bestimmten Monat mit dem desselben Monats aus dem Vorjahr ergibt die Inflationsrate.

In der Regel wird die Zusammensetzung des Warenkorbs alle fünf Jahre an die Konsumgewohnheiten der Haushalte angepasst. So wird längerfristiges verändertes Kaufverhalten berücksichtigt; kurzfristige Trends und Modeerscheinungen haben dagegen keinen Einfluss.

ist das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen. Der Wechselkurs ist somit der Preis einer Währung, der in Einheiten einer anderen Währung ausgedrückt werden kann. Er ist eine wichtige Kalkulationsgrundlage für den Handel und den Kapitalverkehr mit dem Ausland. Im bargeldlosen Zahlungsverkehr nennt man ihn Devisenkurs, bei Bargeld heißt er Sortenkurs.

Der Wechselkurs kann auf zwei verschiedene Arten dargestellt werden:

- als Mengennotierung: Sie zeigt an, wie viel Fremdwährung man für eine Einheit der eigenen Währung erhält. So werden unter anderem alle Euro-Wechselkurse als Mengennotierung dargestellt.

- als Preisnotierung: Sie gibt an, wie viel eine Einheit der Fremdwährung in der eigenen Währung kostet.

Darüber hinaus unterscheidet man zwei idealtypische Wechselkurssysteme, zwischen denen jedes Land frei wählen kann:

- flexible Wechselkurse: Sie bilden sich am Devisenmarkt ohne staatliche Eingriffe aufgrund von Angebot und Nachfrage. Änderungen der Wechselkurse haben dann ihre Ursache in Verschiebungen des Devisenangebots (Erlöse aus Güterexporten oder Kapitalimporten) oder der Devisennachfrage (zur Finanzierung von Güterimporten oder Kapitalexporten). So ist unter anderem auch der Euro ein flexibler (floatender) Wechselkurs, dessen Wert gegenüber anderen Währungen schwankt. Um die mit den Schwankungen verbundenen Kursrisiken abzuschwächen, können die Währungsbehörden wie beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) verschiedene Instrumente nutzen. Exemplarisch dafür stehen Options- oder Termingeschäfte.

- feste Wechselkurse: Hier ist das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen aufgrund von bilateralen Vereinbarungen zwischen den beteiligten Staaten stabil oder darf sich nur innerhalb enger vorgegebener Grenzen bewegen. Die Zentralbanken des entsprechenden Landes müssen durch den Ankauf oder Verkauf von fremden Devisen oder Gold dafür sorgen, dass die eigene Währung stabil bleibt. Heute hat unter anderem Dänemark gegenüber dem Euro einen festen Wechselkurs.

Die Weltbank oder Weltbankgruppe wurde im Jahr 1944 gegründet und hatte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die Aufgabe, den Wiederaufbau kriegsgeschädigter Staaten zu finanzieren. Heute ist die gemeinsame Kernaufgabe der Institutionen der Weltbank, wirtschaftlich weniger entwickelte Mitgliedstaaten durch finanzielle und technische Hilfe zu fördern. Im Rahmen der Millennium-Entwicklungsziele (MDG) ist dies im Einzelnen:

  • Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  • Grundschulbildung für alle
  • Förderung von Gleichberechtigung und Frauenrechten
  • Reduzierung der Kindersterblichkeit
  • Verbesserung der Gesundheit von Müttern
  • Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
  • Nachhaltigkeit im Umweltbereich
  • Entwicklung einer globalen Partnerschaft für Entwicklung.

Dies geschieht vor allem durch die Vergabe von zinslosen, langfristigen Krediten oder durch umfassende Reformprogramme sowie durch die Beratung nationaler Institutionen. Aktuell umfasst die Weltbankgruppe, die ihren Sitz in Washington D.C. hat, folgende fünf Organisationen:

  • Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development, IBRD; auch World Bank)
  • Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association, IDA)
  • Internationale Finanz-Corporation (International Finance Corporation, IFC)
  • Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (Multilateral Investment Guarantee Agency, MIGA)
  • Internationales Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Centre for Settlement of Investment Disputes, ICSID)

Urkunde, die bestimmte Rechte verbrieft, zum Beispiel die Miteigentümerschaft an einem Unternehmen. Zu Wertpapieren können Aktien, Anleihen und Investmentanteile gezählt werden.

Markt, an dem regelmäßig Wertpapiere gehandelt werden. Die wichtigsten Wertpapierbörsen der Welt sind die New York Stock Exchange sowie die Börsen in London und Tokio. Deutschlands größte Wertpapierbörse befindet sich in Frankfurt am Main. Die größte Rohstoffbörse der Welt ist in Chicago.

Lang andauernde Störung der wirtschaftlichen Entwicklung, die einzelne Wirtschaftsbereiche, eine nationale Wirtschaft oder die gesamte Weltwirtschaft erfassen kann.

X

Der Begriff steht für Exchange Electronic Trading und bezeichnet das Elektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Es wurde 1997 eingeführt und löste den IBIS-Handel ab. Genutzt wird das Xetra-System für den Kassamarkt in Aktien, Exchange Traded Funds, Optionsscheinen, Zertifikaten und Bezugsrechten.

Durch Xetra sollen Angebot und Nachfrage aller Marktteilnehmer an einer zentralen Stelle bearbeitet, eine größtmögliche Markttransparenz geschaffen und die Liquidität der Börse erhöht werden. Das Xetra-System ermöglicht es, auch außerhalb der offiziellen Börsenhandelszeiten Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen.

Jeder, ganz gleich ob Makler oder Kreditinstitut, kann Teilnehmer im Xetra werden, wenn er Mitglied einer deutschen Börse ist.

Y

Der Yen ist seit 1870 die Währungseinheit Japans. Neben dem US-Dollar und dem Euro ist er in vielen Ländern Teil der eigenen Geldreserven. Das internationale Symbol ist ¥.

Der Begriff Yen bedeutet übersetzt „runder Gegenstand“.

Yield ist die englische Bezeichnung für Rendite.

Z

Die Zahlungsbilanz dokumentiert für einen bestimmten Zeitraum alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen einer Volkswirtschaft und dem Ausland. Die gesamte Zahlungsbilanz wird nach dem Prinzip der doppelten Buchführung geführt und ist immer ausgeglichen. Sie setzt sich aus mehreren Teilbilanzen zusammen, die ihrerseits nicht ausgeglichen sein müssen.

Die Teilnahme am modernen Wirtschaftsleben erfordert ein Leisten und Empfangen von Zahlungen. Als Zahlung bezeichnet man die Übertragung von Geld in jeder Form. Die Gesamtheit aller Zahlungsvorgänge bildet den Zahlungsverkehr. Man unterscheidet dabei zwischen Barzahlung und bargeldloser Zahlung.

Die Zentralbank eines Staates ist für die staatliche Geld- und Währungspolitik verantwortlich. Zu den Aufgaben einer Zentralbank zählt es, die Preisniveau- und Geldwertstabilität zu gewährleisten.

Preis für geliehenes Kapital, den der Schuldner dem Gläubiger zahlt.

Zinsen, die für am Ende einer Periode nicht ausgezahlte und zusammen mit dem Ursprungskapital erneut angelegte Zinsen gezahlt werden.



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