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Finanzthemen

Foto: Fotolia; Two Brains Studios

Wie Banken die Wirtschaft tragen

Zu den Kapitalgebern gehören beispielsweise private Haushalte, die einen Teil ihres Geldes bei der Bank Gewinn bringend anlegen, aber auch Unternehmen oder der Staat. Ebenso können auch alle Wirtschaftsteilnehmer als Kapitalnehmer auftreten: Unternehmen benötigen Geld, um Investitionen zu tätigen, Privatpersonen nehmen Kredite auf, wenn sie zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchten oder eine größere Anschaffung vorhaben, und auch der Staat tritt als Kapitalnehmer auf.

Der Wirtschafts- und Geldkreislauf


Geldkreislauf

Banken sind folglich neben privaten Haushalten, den Unternehmen und dem Staat wichtige Akteure im Wirtschaftskreislauf. Indem sie als Vermittler zwischen den Interessengruppen den Geldstrom aufrechterhalten (Liquidität), sorgen sie dafür, dass der Wirtschaftskreislauf in Gang bleibt.

Vertrauen als Basis

Da Banken fast ausschließlich mit fremden Geldern arbeiten, spielt Vertrauen in die Sorgfalt und Kenntnis der Banken bei allen Geldgeschäften eine große Rolle. Wird dieses Vertrauen erschüttert, kommt es zu einer Krise wie zuletzt in der globalen Finanzmarktkrise, die 2007 Deutschland erreichte. Was ursprünglich in den USA als lokale Immobilienkrise begann, führte als Folge der internationalen Vernetzung von Kapitalgebern und -nehmern zuerst zu einer weltweiten Finanzmarktkrise und anschließend zu einer Wirtschaftskrise. Was war passiert?

Verlauf der Finanzmarktkrise

Einige Banken waren durch riskante Geschäfte in eine Schieflage geraten, was bei den Marktteilnehmern für Misstrauen sorgte. Höhepunkt war dabei die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008. Vor dem Hintergrund des gestiegenen Misstrauens der Finanzakteure untereinander wurde die Kreditvergabe zwischen den Banken weltweit deutlich eingeschränkt. Die weltweite Versorgung mit Kapital geriet dadurch ins Stocken, was insbesondere in den Industrienationen zu einem scharfen Produktionsrückgang führte.

Durch das Eingreifen der Politik und die Bereitstellung massiver Finanzmittel konnten die Finanzmärkte und die Wirtschaft insgesamt wieder stabilisiert werden. In Deutschland sorgten zudem Kreditinstitute mit einem risikoarmen Geschäftsmodell fernab spekulativer Geschäfte, beispielsweise Genossenschaftsbanken und Sparkassen, für eine Stabilisierung des heimischen Bankenmarkts. Weltweit ist man seit 2010 dabei, die Lehren aus der Finanzmarktkrise beispielsweise in die internationale Regulierung von Banken einzubauen, um solche Verwerfungen künftig zu vermeiden.

Stabilität und Bankenaufsicht

Anhand des Beispiels der jüngsten Finanzmarktturbulenzen lässt sich die Bedeutung des Finanzsystems für unsere Wirtschaft ablesen: Verschlechtern sich die Bedingungen auf den Finanzmärkten, hat dies negative Auswirkungen auf den geregelten Ablauf zentraler ökonomischer Prozesse. Ein stabiles Bankensystem spielt demzufolge eine tragende Rolle für die Volkswirtschaft eines Landes. Daher unterliegen Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsunternehmen auch einer besonders umfassenden Kontrolle und Aufsicht, die in Deutschland über die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewährleistet wird. Zahlreiche Gesetze und Verordnungen, etwa das Kreditwesengesetz (KWG), sorgen für den notwendigen rechtlichen Rahmen.

Arbeitsblatt "Der Kreislauf der Wirtschaft" für die Grundschule (PDF)


 

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