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Finanzbildung

© Foto: Fotolia; jolopes

Wie bringe ich meinem Kind den Umgang mit Geld bei?

Dies ist in erster Linie auf Wünsche und Bedürfnisse unserer Kinder zurückzuführen. Diese entstehen fast zwangsläufig durch Werbeangebote, die mittlerweile auch auf die Kleinsten zugeschnitten sind: Die Welt, die Heranwachsende heute vom Kleinkindalter an wahrnehmen, besteht aus Produkten und Waren. Selbst wenn Kinder nicht häufig fernsehen, entstehen – nicht zuletzt aufgrund der Beeinflussung durch ihr Umfeld, Wünsche nach neuen Dingen.

Werbung: Ursprung vieler Wünsche und Bedürfnisse von Kindern

Wie stark Werbung heute die Gesellschaft, das Denken und das Konsumverhalten beeinflusst, erleben Eltern in der Regel allerspätestens dann, wenn ihr Kind eine weiterführende Schule besucht. Dort ist das Gemeinschaftsgefühl der Schülerinnen und Schüler untereinander häufig nicht so ausgeprägt wie noch in der Primarstufe. Viele Kinder und Jugendliche müssen in dieser für ihre weitere Entwicklung so wichtigen Zeit erst ihren Platz im sozialen Gefüge finden. Dieser Prozess ist nicht selten von großen Emotionen geprägt und bringt so manche Schwierigkeit mit sich – auch in finanzieller Hinsicht. Denn nicht selten hat in der Sekundarstufe I Materielles wie Markenkleidung oder die neusten technischen Geräte wie Handy oder MP3-Player eine große Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler.

So schwierig diese Situation für Kinder sein kann, bietet sie andererseits auch eine große Chance, die Sprösslinge für die Bedeutung von Arbeit und Geld als Schlüssel zu materiellem Konsum und Wohlstand zu sensibilisieren – und andererseits den verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Geld zu fördern. Aus Sicht der Erziehungsberechtigten ist es daher wichtig, Kindern frühzeitig den Zusammenhang zwischen Arbeit und Lohn, zwischen Geldeinnehmen und Geldausgeben nahezubringen.

Das Taschengeld – bewährte Methode, um den Umgang mit Finanzen zu lernen

Ein in regelmäßigen Abständen an die Kinder oder Jugendlichen ausgezahltes Taschengeld ist nach wie vor die effektivste Methode, durch die Heranwachsende ein vernünftiges Gefühl für Finanzen und einen differenzierten Blick für den Umgang mit ihrem Geld entwickeln können.

Taschengeld sollte dabei Geld sein, dass Kinder so ausgeben können, wie es ihnen gefällt. Ob sie sich davon Süßigkeiten kaufen oder Comics, Musik aus dem Internet besorgen oder zum Essen ab und an der Verlockung von Fastfood erliegen: Kritik sollte zunächst weitestgehend zurückgehalten werden, um einen Lernprozess im Umgang mit Geld nicht im Keim zu ersticken. Je nach Alter des Kindes wird der Rat von Erwachsenen sowieso oftmals abgelehnt. Doch nicht nur das: Kinder lernen sogar effektiver, wenn sie am eigenen Leib erfahren, dass sie sich gerne eine größere oder teurere Sache leisten würden, sie aber ihr Geld bereits für andere Kleinigkeiten ausgegeben haben. Sie erfahren auf diese Weise, dass die Strategie des Verwaltens nicht die richtige war – und entwickeln dabei einen selbstkritischen Umgang mit Geld.

Altersgerechte Zuteilung von Taschengeld

Ebenso wichtig ist es, das Taschengeld im Laufe der Jahre gemäß dem Alterungsprozess des Nachwuchses zu staffeln: Man kann mit einem geringen Betrag starten, doch mit steigendem Alter werden auch die Bedürfnisse des Kindes größer. Je nach Alter des Kindes sollte ein angemessener Betrag als Taschengeld zur Verfügung gestellt werden. Gibt man den Jüngsten aber derart hohe Beträge an die Hand, dass sie sich nahezu alles leisten können, was sich Kinder in ihrem Alter wünschen, entwickeln sie ein eher ungesundes Verhältnis zum Zahlungsmittel. Ebenso ist es wenig förderlich, wenn Eltern regelmäßig „weich“ werden und ihren Kindern nach Aufbrauchen des Taschengeldes dennoch regelmäßig Wünsche erfüllen. Motivation ist an dieser Stelle ein probates Mittel, um das Konsumverhalten der Heranwachsenden in einem solchen Fall in gewisser Weise zu lenken oder zu korrigieren. Ratsam ist es zum Beispiel, den Wunsch auf lange Sicht in Aussicht zu stellen und gemeinsam mit dem Kind zu vereinbaren, dass es sich bei der Finanzierung mit einem Anteil des eigenen Budgets beteiligt.

In Sachen Kleidung besteht beispielsweise die Möglichkeit, den Jugendlichen relativ viel Taschengeld zu geben. Ihre Kleidung müssen sie dann allerdings selbst bezahlen – zumindest zu einem gewissen Grad. Auch so lernen sie den Wert von Geld zu schätzen und entwickeln ein Gespür für den Zusammenhang der Faktoren Bedürfnis, Preis und Leistung.

Eine weitere Möglichkeit, um gemeinsam mit Kindern oder Jugendlichen einen Überblick über die Finanzmittel zu erhalten und diesen zu trainieren, ist der Finanzplan oder auch Einnahmen-Ausgaben-Plan. So kann zum Beispiel rückwirkend ein falscher Umgang mit Geld besprochen werden oder ein neuer Monat mit Weitsicht geplant werden. Ein solcher Plan sollte aber nicht zum Pflichtprogramm werden. Kinder, die über jeden Cent Rechenschaft ablegen müssen, fühlen sich ständig kontrolliert und können das Gefühl der Selbstbestimmung, das mit dem Besitz von eigenem Geld verbunden ist, nicht entwickeln.

Im Einklang mit der schulischen Ausbildung von Finanzkompetenz in Primar- und Sekundarstufe abschließend einige Tipps für die Finanzerziehung Zuhause, die Kinder und Jugendliche unterstützt, einen vernünftigen Weg im Umgang mit ihren finanziellen Mitteln zu finden. Tipps:

  • Taschengeld ist Übungsgeld. Wenn Kinder frei über die Verwendung entscheiden, lernen sie – unter Umständen nach einigen Fehlkäufen – verantwortungsbewusst mit ihrem Geld umzugehen.
  • Nicht zu viel, nicht zu wenig: Taschengeld sollte der Entwicklung und der Altersstufe des Kindes angemessen zur Verfügung gestellt werden.
  • Kinder sollten ihre eigenen Erfahrungen mit der Begrenztheit von Geld machen. Eltern tun gut daran, bei den Ausgaben der Kinder anfangs nicht allzu kritisch zu sein, sollten aber auch nicht jeden Wunsch des Kindes über das vereinbarte Budget hinaus erfüllen.
  • Wer das Familienbudget (zumindest teilweise) offen legt, macht Kindern deutlich, dass nur eine begrenzte Menge an Geld zur Verfügung steht, wofür man das Geld am dringendsten braucht und wie viel eventuell für Sonderwünsche übrig bleibt.
     
 

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