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Unterrichtspraxis

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Finanzbildung heute

Didaktische Zielsetzung, Kompetenzorientierung und Fächerbezug

Was vermittelt wird

In der Sekundarstufe kommt der Finanzbildung eine entscheidende Rolle zu. Sie vermittelt nicht nur ökonomisches Grundwissen, sondern fördert vielmehr die finanzielle Handlungskompetenz der Lernenden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, die Komplexität von Finanzdienstleistungen zu verstehen und so individuelle Finanzkompetenz schon früh entwickeln.

Das bedeutet, dass Jugendliche lernen, mit ihren finanziellen Mitteln verantwortungsvoll umzugehen und ihre Geldangelegenheiten mit Weitsicht zu planen. Dafür sollen sie einerseits die Funktionen des Geldes im Wirtschaftskreislauf nachvollziehen können, andererseits über Grundkenntnisse zum sicheren Zahlungsverkehr verfügen. Ebenso trainieren die Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I den Umgang mit Darlehen und Krediten und kennen Wege zum Vermögensaufbau und Strategien der (privaten) Altersvorsorge. Darüber hinaus können sie die Bedeutung von Unternehmen und Verbrauchern für den Wirtschaftskreislauf nachvollziehen, die Struktur und Funktion des deutschen Bankensystems verstehen und beschreiben, und sind in der Lage, grundlegende Zusammenhänge der Weltwirtschaft zu erläutern. Ebenfalls stehen folgende Themen im Mittelpunkt der Sekundarstufe I:

  • verantwortungsbewusstes Kaufverhalten,
  • Jugendliche im Wirtschaftsgeschehen und ihre Stellung in der Rechtsordnung,
  • Soziale Marktwirtschaft und Unternehmertum.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden insbesondere in den Abschlussklassen die Themen Berufsorientierung und Berufswahl, die als Teilelemente der ökonomischen Bildung verstanden werden können. Dabei stehen neben Fragen rund um die Aspekte Berufswahl und Bewerbung auch ökonomische Themen wie Möglichkeiten zur (privaten) Altersvorsorge oder zum Vermögensaufbau im Mittelpunkt.

Handlungsorientiert auf vorhandenem Wissen aufbauen

Da Lerninhalte am effektivsten durch den Bezug zum Alltagsgeschehen verinnerlicht werden, muss ein didaktisches Konzept für die Sekundarstufe I handlungsorientierte Aspekte beinhalten und schrittweise auf schon vorhandenem Wissen der Jugendlichen aufbauen: Die Schülerinnen und Schüler sollen beispielsweiseanhand von Fallbeispielen verschiedene Formen der Geldanlage, ihre Vorteile aber auch ihre Risiken kennenlernen und gleichzeitig für die Gefahren einer möglichen Verschuldung oder Überschuldung sensibilisiert werden.

Fächerbezug

Ökonomischen Inhalten begegnet man in den Lehr- und Bildungsplänen der Sekundarstufe I fast aller Bundesländer entweder als eigenständiges Fach "Wirtschaft", als Integrationsbereich "Wirtschaft-Arbeit-Technik" oder in sozialwissenschaftlichen, wirtschaftlich-technischen Fächern sowie in Sozialkunde, Politik, Gemeinschaftskunde, Mathematik oder Geografie. Ökonomische Inhalte werden dabei selten isoliert oder monothematisch behandelt, sondern sind fachübergreifend und fächerverbindend in die Curricula der einzelnen Fächer integriert. Darüber hinaus wird Wissen auch an außerschulischen Lernorten wie Museen vermittelt.

Fächerverbindender und praxisnaher Unterricht ist besonders in der Finanzbildung der Sekundarstufe I unerlässlich. Er verfolgt Ziele, die über die rein fachlich-inhaltlichen Zielsetzungen des jeweiligen Faches hinausreichen. Typisch dafür ist das Thema Zins und Zinseszinsrechnung, welches Anknüpfungspunkte im Wirtschafts- und im Mathematikunterricht bietet. In einem solchen Unterricht werden Realsituationen integriert, die sich nicht isoliert einem einzelnen Unterrichtsfach zuordnen lassen und die deswegen auch nicht innerhalb starrer Fachgrenzen thematisiert und problematisiert werden. Durch einen problemorientierten, fächerverbindenden Unterricht werden dabei unterschiedliche fachliche Wissensinhalte und alltagsnahe Aufgaben verknüpft. Exemplarisch dafür steht die Auseinandersetzung mit dem Thema Kreditaufnahme zur Finanzierung von Wohneigentum.

 

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