Sehr viel Geld mache nicht glücklicher, heißt es bislang aus der Wissenschaft. Es gebe einen Grenzwert, über den hinaus sich Glück nicht steigern lasse. Nun zeigt eine US-amerikanische Studie weiterführende Ergebnisse auf. Der Dreh- und Angelpunkt beim Zusammenhang von Geld und Glück ist das zentrale Anliegen der Menschen, mit finanziellen Mitteln ihr Leben selbst besser steuern zu können.
Forscher wie der amerikanische Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman und der Ökonom Angus Deaton gehen davon aus, dass mit einem höheren Einkommen zwar auch das Wohlbefinden steige, aber sich ab einer bestimmten Höhe die alltägliche Zufriedenheit nicht weiter erhöhen lasse. Beim Blick auf das Glück über das ganze Leben – über Träume, die man verwirklichen konnte, Pläne und Potenziale, die man umgesetzt hat – würde es sehr wohl entscheidend sein, wie hoch das eigene Vermögen ist.
Nun hat der amerikanische Psychologe und Ökonom Matthew Killingsworth in einer neuen Studie festgestellt, dass das für den Augenblick empfundene Glück auch mit einem hohen Jahreseinkommen steige, berichtete jüngst unter anderem die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ . Für die Untersuchung wertete Killingsworth 1,7 Millionen Glücks- und Unglücksmomente von mehr als 33.000 in den USA lebenden Menschen über eine App „Track Your Happiness“ im Echtzeitverfahren aus. Zudem wurden die abgefragten Emotionen mit einer breiten Skala angelegt.
Ein Ergebnis: Befragte mit einem gesteigerten höheren Einkommen verzeichneten vor allem mehr positive Gefühle; bei den Personen mit einem erhöhten Einkommen eines vergleichsweise geringeren Niveaus gingen die negativen Gefühle zurück. Daraus ist das wichtigste Resultat abzuleiten: Drei Viertel des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Wohlbefinden erklären sich durch einen zentralen Faktor: die Kontrolle über das eigene Leben, somit das Gefühl, selbst am Steuer zu sitzen.
Ökonomische Entscheidungen: Finanzbildung als Schlüssel
„Wir alle treffen ökonomische Entscheidungen mit der Zielsetzung, ein positives und selbstbestimmtes Leben zu führen“, bestätigt auch Andrea Brinkmann, Geschäftsführerin der Stiftung „Deutschland im Plus“ im Gespräch mit dem Verbraucherportal Biallo, und resümiert: „Finanzielle Bildung ist wichtig für jeden Menschen“. Da finanzielle Entscheidungen oft wesentliche Konsequenzen für das weitere Leben haben, sei es wichtig, möglichst früh in den Genuss von finanzieller Bildung zu kommen.
Website University of Pennsylvania zur Glücksstudie
Bericht DIE ZEIT „Wie Geld glücklich macht“
Bericht Biallo.de „So klappt es mit der Finanzbildung“
Website der Stiftung „Deutschland im Plus“
Tipps zur Finanzbildung im Elternhaus auf diesem Portal
Unser Arbeitsblatt „Einnahmen und Ausgaben“ für die Grundschule
Unser Erklärvideo für Sek I „Was ist Überschuldung?“